Sozialtrainingsstunde "Lions Quest" für Klasse 5-8

An der Jeetzel-Oberschule findet seit dem Schuljahr 2014/15 in den Jahrgängen 5-8 wöchentlich eine Doppelstunde (90´Block) Lions Quest (LQ) statt. Die Klassenlehrkraft unterrichtet diese Sozialtrainingsstunde. Die sozialen, emotionalen und kommunikativen Kompetenzen sollen mit dem Programm „Erwachsen werden“ (s.u.) geschult werden. Die Klassenlehrkräfte haben Seminare zu diesem Programm besucht, sie besitzen eine Vielfalt an Unterrichtsmaterial. Die Schule gibt einen Rahmenplan (Curriculum) vor und stellt Material für verschiedene Übungen zur Verfügung.

Die Klassenlehrkraft hat darüberhinaus auch die Möglichkeit in dieser Stunde den Klassenrat einzuberufen, um klasseninterne Themen zu besprechen.

 

Programm "Erwachsen werden" (Texte aus: http://www.lions-quest.de)

 

Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen wissen, dass es nicht (mehr) genügt, sich im Unterricht auf die Vermittlung von Fachwissen zu beschränken. Ob sie es wollen oder nicht, sie sind heute als Erzieher in einer Weise gefordert, auf die ihre Lehrerausbildung kaum oder

gar nicht eingegangen ist. Punktuelle Aktivitäten und "Krisensitzungen" mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer reichen oft nicht aus, um Schülerinnen und Schüler in ihren sozialen Kompetenzen und in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit nachhaltig zu fördern.

Hier will und kann das Lions-Quest Programm "Erwachsen werden" wirksame Hilfe für die Unterrichtspraxis anbieten.

 

Was ist Lions-Quest ?(Quest = Suche, engl.)

 

Lions-Quest ist 1984 entstanden als eine vertraglich vereinbarte Kooperation zwischen Lions Clubs International, der größten weltweiten Service-Organisation mit ca. 1,5 Millionen Mitgliedern in 193 Ländern, und Quest International, einer in den USA beheimateten gemeinnützigen Stiftung (non profitorganization). Quest International entwickelte seit 1974 Programmeund Materialien, die einer positiven Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen dienen und ihnen helfen, Lebensfertigkeiten ("Life Skills") wie Selbstvertrauen, Lebensfreude, Beziehungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Engagement aufzubauenund zu festigen.

 

Lions Clubs International informiert seine Mitglieder und die Öffentlichkeit über diese Programme und fördert ihre Einführung und Umsetzungin der Schule durch Finanzierung der Teilnahme von Lehrkräften an den Seminaren und oft auch durch die Übernahme der Kosten für Unterrichtsmaterialien als Vor-Ort-Activity derLions Clubs. Ziele von Lions-Quest "Erwachsen werden" und Umsetzung in der Schule.

 

Die Förderung sozialer Kompetenzen junger Menschen in der Schule steht im Mittelpunkt von „Erwachsen werden“. Das Programm will die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikative Kompetenz zu stärken, Kontakte und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag zu begegnen und für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, konstruktive Lösungen zu finden. Gleichzeitig möchte es ihnen beim Aufbau eines eigenen Wertesystems Orientierung anbieten. Damit ordnet sich das Konzept in den Ansatz der Life-Skills-Erziehung („Lebenskompetenz-Erziehung“) ein, dem von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten bei der Prävention (selbst-) zerstörerischer Verhaltensweisen zugesprochen werden.

 

Seit vielen Jahren arbeiteten die beiden Partner Lions Clubs International und Quest International erfolgreich zusammen: Quest International, eine amerikanische nonprofit-Organisation, zeichnete für das pädagogische Konzept und für die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer verantwortlich, Lions Clubs International stellte als eine für

Hilfsbereitschaft, Humanität und Völkerverständigung engagierte Vereinigung die organisatorischen und finanziellen Mittel dafür bereit. Seit Oktober 2002 ist Lions Clubs International Foundation Eigentümerin der Lions-Quest-Programme. „Erwachsen werden“ wurde 1984 in den USA unter dem Titel „Skills forAdolescence“ entwickelt und richtet sich an Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis etwa 14/15 Jahren.

 

Das Programm wurde bis heute in 14 Sprachenübersetzt und in mehr als 40 Ländern der Erde eingeführt. Seit 1986 wird es auch in europäischen Staaten (z.B. Belgien, Dänemark, Finnland, Italien, Island, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden) mit großem Erfolg angewandt. Seit 1993, dem „Geburtsjahr“ von „Erwachsen werden“ in Deutschland, haben bei uns mehr als 19.000 Lehrerinnen und Lehrer an einem der über 700 Einführungs- und Aufbauseminare (05/2003) teilgenommen. Nach Erprobung mit einer provisorischen Fassung wurde das Material 1996 in einer ersten vollständigen Ausgabe den gesellschaftlichen Strukturen und den Schulverhältnissen in Deutschland angepasst.

 

Seit August 2000 liegt die zweite, vollständig überarbeitete Ausgabe der Materialsammlung mit Planungshilfen und Kopiervorlagen für den Unterricht vor, in der die Erfahrungen deutscher Schulen aus drei Jahren Arbeit mit dem Programm eingearbeitet wurden. Weil es für „Erwachsen werden“ ein wichtiges Anliegen ist, die am Erziehungsprozess Beteiligten miteinander zu vernetzen, gehören auch das Elternheft „Jahre der Überraschungen“ ( auch in russischer und in türkischer Übersetzung erhältlich ) und Elternbriefe zu den 7 Teilen des Programms zur Unterstützung schulischer Elternarbeit zum Material. Die Entwicklung der deutschen Ausgabe von „Erwachsen werden“ wird von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann als wissenschaftlichem Berater und einemwissenschaftlichen Beirat begleitet.

 

Die Universitäten Bielefeld, Leipzig und Nürnberg/Erlangen untersuchen zurzeit die Umsetzung des Programms an deutschen Schulen. Die überaus positiven Ergebnisse der Untersuchung aus Bielefeld liegen seit Mai 2002 vor. „Erwachsen werden“ knüpft an vielen Lehrerinnen undLehrern bereits bekannte Erfahrungen und Methoden (Interaktionsspiele, Visualisierung, Rollenspiele, Modelllernen...) an und verbindet diese mit Themen, die in der Pubertät im Vordergrund stehen. Inhaltliche Gliederung des Programms jeder der sieben Teile von „Erwachsen werden“ ist einem besonderen Thema gewidmet.

 

1. Teil - Ich und meine (neue) Gruppe

Der erste Teil beschäftigt sich mit Fragen der eigenen Person: Wer bin ich? Wer sind die anderen? Wie gehen wir miteinander um? Welche Bedeutung hat die Gruppe und wie beeinflusst sie mich? Diese Themen schaffen die Grundlage für eine vertrauensvolle und konstruktive Lernatmosphäre und damit für die gemeinsame Arbeit mit den weiteren Teilen

des Programms. Als Angebot sind Themen eingefügt, die helfen können, die begonnene bzw. bevorstehende Lebensphase der Pubertät besser zu verstehen und zu bewältigen.

 

2. Teil - Stärkung des Selbstvertrauens

Ein angemessenes realistisches Selbstvertrauen ist für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Was ist eigentlich Selbstvertrauen? Worauf gründet sich mein Selbstvertrauen? Wie kann ich mein eigenes oder auch das Selbstvertrauen anderer stärken? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Themen des zweiten Teils. Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden, diese auch einzusetzen und dafür Anerkennung zu bekommen, fördert die Ausbildung eines gesunden Selbstvertrauens.

 

3. Teil - Mit Gefühlen umgehen

„Ich verstehe mich und meine Gefühle besser.“ Die Kinder und Jugendlichen werden in der Fähigkeit gefördert, eigene Gefühle wahr und ernst zu nehmen, sie zu akzeptieren, auszudrücken und als etwas zu begreifen, das ihnen bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit hilft. Ein wichtiges Thema in diesem Teil ist auch der Umgang mit belastenden Situationen.

 

 

4. Teil - Die Beziehungen zu meinen Freunden

„Ich tue etwas für meine Freundschaften.“ Wie kann man echte Freundschaften aufbauen, weiterentwickeln, verbessern? Welchen Einfluss hat die Clique? Wie hält man Gruppendruck stand? Wie kann man Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte in einer Freundschaft konstruktiv lösen? Wie geht man mit Enttäuschungen,mit einem Verlust um?

 

5. Teil - Mein Zuhause

Wo ist mein Zuhause? Die Zusammensetzung der Familien und das Zusammenleben haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert.

Welche Erwartungen und Wünsche haben Kinder und Jugendliche, was empfinden sie als enttäuschend oder konfliktträchtig?

Dieser Teil regt an, die Beziehungen innerhalb des eigenen Zuhauses und in anderen Familien zu reflektieren und Schritte zur Verbesserung der Beziehungen oder zur Lösung von Konflikten zu probieren.

 

6. Teil - Es gibt Versuchungen: Entscheide dich

„Ich treffe meine Entscheidungen.“ In diesem Teil geht es um das Problem der Verantwortung eigener Entscheidungen u.a. zu den Themen Lebensstil, Umgang mit dem eigenen Körper, berufliche Zukunft. Hier werden auch Informationen über Suchtmittel und Fragen des Suchtverhaltens aufgegriffen: z.B. Wirkung von Tabak, Alkohol, illegalen

Drogen, die Rolle der Werbung und der Medien, Vermeidung von Suchtverhalten.

 

7. Teil - Ich weiß, was ich will

„Ich weiß, was ich will.“ Kinder und Jugendliche haben viele Träume und Hoffnungen, was sie einmal in ihrem Leben erreichen möchten. Doch damit ihre Träume und Hoffnungen

Realität werden können, müssen sie sich Ziele setzen und sich auf den Weg machen. Mit Überlegung, Anstrengung, Geduld und Selbstdisziplinlässt sich Vieles erreichen. Der letzte Teil von „Erwachsen werden“ vermittelt Hilfen zu diesem Weg. Die Teile des Programms bilden ein Angebot für ein vollständiges, fächerübergreifendes Curriculum, das außerdem noch zahlreiche Anlässe bietet, Elternhaus und soziales Umfeld der Kinder und Jugendlichen einzubeziehen.

 

Zum Weiterlesen:

http://www.lions-quest.de