Auch in diesem Jahr beginnt das 2. Halbjahr an der Jeetzel-Oberschule mit 3 Projekttagen, die die Klassen 5 bis 8 unterschiedlichen Präventionsthemen widmen, während die Schüler der 9. Klassen Betriebsbesichtigungen im Landkreis durchführen. Die SchülerInnen  der 10. Klassen üben sich mit Probearbeiten für den bevorstehenden Abschluss.

PROJEKTTAG 1

Am heutigen Montag haben wir die Klasse 7c begleitet, die Sexualität als Oberthema hat. Die ersten drei Unterrichtsstunden verbrachten die Jungen bei „Ringen und Raufen“ in der Sporthalle unter Anleitung von Herrn Spieß. Die Mädchen der Klasse besuchten die BBS, wo sie von Frau Lübbert, die normalerweise angehende Erzieherinnen im Fach Werken unterrichtet, zunächst Werkzeugnamen gezeigten Werkzeugen zuordnen mussten.

Das klappte bei den meisten Schülerinnen offenbar unerwartet gut. Stolz starteten die Mädchen in die zweite Runde: Wie schneidet man von einer Holzleiste ein 5 cm langes Stück gerade ab? Womit misst man? Mit dem Zollstock, wie ein echter Tischler.  Wie zeichnet man an? Man bedient sich eines Winkels, auch wie ein echter Tischler. Erster Sägeversuch mit dem herkömmlichen Fuchsschwanz. Nicht leicht und das Ergebnis eher mäßig zufrieden stellend. Zweiter Versuch mit der Japanischen Zugsäge. Ergebnis: viel leichter zu bedienen, gerader Schnitt. Mit dieser Säge galt es nun, eine 1 cm dicke Scheibe einer Leiste abzusägen, um einen Schlüsselanhänger zu fertigen. Zur Auswahl standen die Motive Baum, Männchen, Blume. Also wurden die gewünschten Leisten in den Schraubstock eingespannt, angezeichnet und gesägt.

 

Anschließend natürlich noch glatt schmirgeln, ein Loch bohren, ölen und mit Lederband versehen und fertig ist das Andenken an diese drei interessanten Stunden. Dennoch konnte noch keines der Mädchen bestätigen, dass der Tischlerberuf es auf Anhieb begeistert hat.

Danach ging die ganze Klasse ins „Kraftwerk“, Lüchows neue Kletterhalle. Inhaber Volker Langbehn begrüßte die SchülerInnen und erklärte zunächst alles Wesentliche, bevor jeder seinen Klettergurt anlegte und gut gesichert die 12 Meter hohe Wand entweder „bunt“ (alle Griffe sind möglich“) oder nach Routen (Griffe einer Farbe benutzend) erklimmen konnte, jeder so hoch er mochte oder konnte. Einige überwanden ihre Höhenangst, andere zeigten bereits Höchstleistungen, spannend war es auf jeden Fall für alle Teilnehmer und sicher auch nicht der letzte Ausflug in diese Halle. Der morgige Tag wird neue Herausforderungen und Aktivitäten bereit halten.

 

PROJEKTTAG 2

Heute haben wir der Klasse 7b mal über die Schulter geschaut, die zum selben Thema wie ihre gestrige Parallelklasse unterwegs war. Auch für diese SchülerInnen ging es ins „Kraftwerk“ zum Klettern und in dieser Klasse konnte man deutlich merken, wie die Jugendlichen langsam mutiger wurden und nach und nach immer größere Höhen erklommen wurden. Dass jeder sich auf die Person verlassen konnte, die sicherte, war selbstverständlich, auch wenn es „nur“ einer der Mitschüler war. Diese wurden nämlich in so genannte „Halbautomaten“ eingewiesen, die so gut wie alles von allein können und ähnlich arbeiten wie der Sicherheitsgurt im Auto. Als nach 1 ½ Stunden bei den Eifrigsten die Hände schon zu schmerzen begannen, ging es zurück zur Schule; um die nächste Aufgabe in Angriff zu nehmen: Geocaching.

Torben Feigel vom JEFF (Jugendzentrum) hatte alles vorbereitet, Apps wurden heruntergeladen, QR-Codes gescannt und schon konnte es losgehen. In 3/4er Gruppen zogen die SchülerInnen los, jede Gruppe mit einem Smartphone bewaffnet, das ja im normalen Schulalltag verboten ist. Umso aufregender also heute, denn gleich zu Beginn wurde das erste Etappenziel in der Salzwedeler Straße angezeigt. Team Blau (Pascal, Jakob, Till und Jazan) erlebten wir dann jedoch zunächst ratlos. Welches ist genau das Gebäude, das zu finden ist? Wer gibt uns dort die zu erledigende Aufgabe? Ein kurzer Besuch bei „Raumidee“ zeigte den Schülern, dass dies nicht die richtige Adresse war, jedoch nutzen sie die Gelegenheit und erkundigten sich, ob hier auch Jungen den Zukunftstag verbringen können. Selbstverständlich, erfuhren sie.

Wieder auf der Salzwedeler Straße betraten sie vorsichtig das Nachbarhaus und bekamen prompt positives Feedback von ihrem Smartphone: richtige Adresse, 100 Punkte. Nun erschien auch die zu lösende Aufgabe: Wofür ist der an dieser Adresse praktizierende Arzt Spezialist? Ein Blick auf die Eingangstür zeigte die Lösung: Herr Schwieder ist Orthopäde. Also tippte Pascal die Lösung in das dafür vorgesehene Textfeld und bekam auch gleich das nächste Etappenziel: ein Supermarkt. Dort sollten sich die Jungs auf ein akzeptables Duschgel einigen, die Flasche fotografieren und das Foto hochladen. Das war leicht und ging schnell.

Die größeren Herausforderungen folgten jedoch sofort. Ein Video sollte nun gedreht werden, maximale Länge 30 Sekunden, Inhalt: Wie würdest du gern von einem Mädchen angesprochen werden? Pascal und Till dachten kurz nach, machten eine Probe und schon wurde gedreht. 15 Sekunden später waren beide Statements im Kasten und konnten hochgeladen werden. Nächstes Ziel: Apotheke am Markt. Kurzer Gang durch die Stadt, alle betraten die Apotheke, in der ziemlich viel los war. Doch was nun? Keine Aufgabe? Kurze Ratlosigkeit. Ein Blick auf’s Handydisplay und Pascal war sich sicher, ihr nächstes Etappenziel sei die Volksbank. Also alle 4 raus aus der Apotheke, zur Bank. Was nun? Zufällig kam eine Mädchengruppe der Klasse vorbei und erzählte, auch sie seien in der Apotheke gewesen. Nachfrage der Jungs: Hattet ihr da eine Aufgabe zu lösen? Antwort: Ja, wir mussten fragen, was Kondome kosten. Alle lachen. Die Jungs bedanken sich für den Tipp, Pascal geht ein paar Schritte zurück in seinem Menü und liest auch dort diese Aufgabenstellung. Na prima! Also zurück zur Apotheke, keiner scheute sich, der Apothekerin die Frage zu stellen und gemeinsam erhielten sie die Antwort: 6,60€ für 10 Stück.

Nun war der Ablauf des Spiels verstanden. Im Blumenladen mussten die 4 sich erkundigen, was ein großer Blumenstrauß für einen schmalen Geldbeutel kosten würde. Außerdem mussten andere Geschenke für die Liebste aufgezählt werden und Orte in Lüchow, die sich für ein Treffen mit ihr eignen würden. Natürlich hatten die Jungs auch dazu eine Menge Ideen.

Als letztes Etappenziel ging es nun zur Bücherei. Aufgabe: Wo findet Ihr hier Bücher zum Thema „Aufklärung“? Till und Pascal wollte es sich leicht machen und fragten eine der Damen am Service. Die grinste nur und forderte sie auf, sich einfach umzusehen und es selbst herauszufinden. In der Abteilung für Kinder und Jugendliche, war nur ihr Tipp. Das schafften die Jungs dann aber doch alleine und wurden fündig in der Abteilung Sachbuch, Rubrik Mensch. Na klar, wo sonst? Schnell machten wir ein Beweisfoto und dann ging es siegessicher zurück zur Schule, wo die gesamten Ergebnisse per WLAN übertragen werden mussten. Die Auswertung erfolgt dann morgen, an Projekttag Nummer 3.