Ein Jahr in der Schulhecke

 „Was hat euch am besten gefallen?“
„Zeichnen, mit dem Fernglas beobachten, Vögel, Insekten und Pflanzen bestimmen, Blätter pressen und vor allem – der Unterricht im Freien!“
Die Bandbreite dieser Antworten verdeutlicht das breitgefächerte Interesse der Sechstklässler an dem Projekt „Schulhecke“. Von September 2014 bis Ende Oktober 2015 beschäftigte sich die 6b der Jeetzel-Oberschule Lüchow mit der Hecke auf ihrem Schulhof.
Die Idee kam von ihrer Lehrerin Sabine Fischer, sie wollte die Entwicklung der heimischen Pflanzen innerhalb eines Jahres dokumentieren, außerdem über das genaue Beobachten an die Bestimmungsarbeit heranführen. Der Wettbewerb „Naturtagebuch“ der BUNDjugend  war für die 26 Schülerinnen und Schüler ein weiterer Anreiz. Fest entschlossen, mit ihrer Projektarbeit daran teilzunehmen, widmeten sie sich einem 91m langen Abschnitt der Schulhecke intensiver.


Dieser Teil des Schulhofs ist normalerweise in den Pausen ihre „Rennstrecke“, ideal geeignet für wilde Verfolgungsjagden oder – bei entsprechender Belaubung – zum Verstecken spielen. Nun bekamen sie einen ganz anderen Blick auf ihren Spielplatz und das dort wachsende „Gestrüpp“.  Das andere Sehen richtete ihre Aufmerksamkeit auf Insekten und Tiere, die sie vorher gar nicht wahrgenommen hatten. So schlossen drei Jungen eine Kolonie von Feuerkäfern in ihr Herz und beobachteten sie bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen.


Die Beobachtung spielte überhaupt die größte Rolle und war zusammen mit der Dokumentation der wichtigste Teil ihrer „Forschungsarbeit“. Durch die Nutzung der Ferngläser bestimmten sie heimische Standvögel und waren auch von den Schwanzmeisen begeistert, die als „Durchzieher“ aus dem Norden erkannt wurden.

Frau Fischer war ebenfalls begeistert; sie beeindruckte das Durchhaltevermögen ihrer Schülerinnen und Schüler  und die Entwicklung des Projektes im Laufe des Jahres.  So kam über das Blättersammeln die Idee des Pressens und aus der ursprünglichen Plakatarbeit wurde schließlich ein Buch, in dem Monat für Monat ihre Schulhecke mit all ihren Bewohnern dargestellt wurde.


Jeder konnte sich seiner Begabung entsprechend einbringen und nur so konnte das umfangreiche Buch entstehen. Ein Tagebuch, das unter 909 Einsendungen die Jury „ mit pfiffigen Ideen, interessanten Erlebnissen, den gesammelten Eindrücken und der kreativen Gestaltung“ beeindruckte und so den 3. Platz erhielt.