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EJZ vom 23.02.2015





EJZ vom 12.02.2015

Urkunden und Taschen

 

Schüler sammeln 5000 Euro für Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

 

bp Lüchow. Walter Wobst ist schwer zufrieden mit knapp 5000 Euro. Diesen Betrag, exakt 4923 Euro 4923 Euro, haben insgesamt 64 Schülerinnen und Schüler der Lüchower Jeetzel-Oberschule (33 Schüler), des Gymnasiums Lüchow (16) und der Grund- und Oberschule Gartow (15) laut dem Kreisgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) in der Zeit zwischen dem 15. Oktober und dem 15. Dezember vergangenen Jahres gesammelt. Das Geld ist für die Instandhaltung und Pflege von Kriegsgräbern im Ausland bestimmt. Um die Spenden zu bekommen sind Jugendliche durch die Straßen gezogen, haben an den Haustüren geschellt, Menschen oft schon um Geld für den VDK gebeten. „Viele Schülerinnen und Schüler erzählen, dass die Menschen oft schon warten, um ihnen eine Spende zu überreichen“, berichtet Wobst. „Und manchmal werden sie hineingebeten und bekommen einen Kakao angeboten“, ergänzt Andrea Petrosyan, die die Aktion an der Jeetzel-Oberschule als Lehrerin Koordiniert. Von den Gemeinden kam zusätzlich ein Betrag in Höhe von 641 Euro dazu, macht zusammen 5564 Euro. „Das sind mehr als 500 Euro mehr als im Jahr 2013“, bilanziert Wobst. Er dankte den Schulen und den Schülern während einer kleinen Aktion am Dienstagmittag in der Pausenhalle der Jeetzel-Oberschule. „Ihr habt ein tolles Ergebnis erzielt, danke, dass ihr bei Wind und Wetter losgezogen seid - das ist ein ganz tolle Sache, die ihr da gemacht habt“, freute er sich den Schülern überreichte er Dankesurkunden:“ Die sind hilfreich für eventuelle Bewerbungen, denn euer Einsatz zeugt von sozialem Engagement.“ Besonders erfolgreich waren Julia Klafak und Lea Maria Koch, die gemeinsam mehr als 300 Euro an Spenden sammelten. Sie bekamen deshalb nicht nur eine Urkunde, sondern zusätzlich jeweils eine Umhängetasche des VDK.

 

Auszeichnung für Spendensammler: Walter Wobst, Kreisgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), überreichte als Dank Taschen an die besonders erfolgreichen Schülerinnen Julia Klafak und Lea Maria Koch.

(Aufn. : B.Piel/ EJZ)


EJZ vom 06.11.2015



EJZ vom 14.11.2014


 

EJZ vom 05.07.2014




EJZ



EJZ vom 27.02.2014

Von einem Schmerz verschluckt

Lilly Lindner über ihren Weg und den Mut, "von einem Gegenstand zu einem Menschen zu werden"


Ihre eigene Geschichte, die eine Geschichte von Gewalt ist, hat Lilly Lindner literarisch verarbeitet und sie bei einer Lese-Performance, hier mit ihrem Partner Oliver, in dieser Woche in vier Lüchow-Dannenberger Schulen vorgestellt. Morgen Abend tritt sie im Café Grenzbereiche auf.

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Die Veranstaltung in der Mensa ist damit eigentlich vorbei, doch die Schülerinnen und Schüler der 10. bis 12. Jahrgangs bleiben noch lange sitzen, allein vor sich hinsinnend und nachdenkend, oder im leisen Gespräch mit dem Nachbarn, während die Lindner und ihre beiden Begleiter all das wieder vom Boden einsammeln, was sie dort, auch mit Hilfe ihrer Zuhörenden, verteilt hat. Beschriebene Seiten, Worte auf kleine Zettel gebannt, die in die Luft gewirbelt wurden und wenigstens auf diesem Weg Leser und Zuhörer finden sollen. Wollknäule zogen bei ihrem Flug durch den Raum lange Fäden: ein Symbol für verwickelte Gedanken und eine Vergangenheit, in der man sich verheddert – und aus der man sich befreien muss.

Lilly Lindner, 1985 geboren, hat eine Vergangenheit, die man niemandem wünscht, und die schwer zu ertragen ist. Sie ist sechs Jahre alt, als sie das erste Mal vergewaltigt wird. Ihre gleichgültigen Eltern merken nichts, Lilly schweigt, wird magersüchtig, ritzt sich die Arme mit Rasierklingen, arbeitet als Prostituierte, denn ihr Körper gehört schon lange nicht ihr, warum nicht wenigstens damit Geld verdienen? Eines Tages schreibt sich Lilly Lindner – ja, kann man das sagen? – ihr Leid von der Seele. Sie findet in ihrer Autobiografie "Splitterfasernackt" die Worte, um schreibend Abschied von ihrem geschädigten Körper zu nehmen, will sich von der Einsamkeit ihres Schicksals, dem bisher die Worte fehlen, befreien. Das Buch erklimmt 2011 die Bestsellerlisten. Mittlerweile sind auch ein zweites und ein drittes Buch erschienen. Und auch darin geht es darum, Worte zu finden und das Leben zu leben. Lindner geht auf die 30 zu, sie sieht viel jünger aus als sie ist, sie ist mager, wirkt zerbrechlich in T-Shirt und Shorts und schwarzer Strumpfhose, ihre Haare sind zu mädchenhaften Zöpfen gebunden. Am Rand der Bühne liegt ein Plüschhai. Und dann geht sie ans Mikrofon, trägt mit leiser Stimme und vollkommen frei Abschnitte aus ihren Büchern vor. In Bildern beschreibt sie, wie die Mechanismen weiblicher Autoaggression und Selbstzerstörung funktionieren – und was sie auslöst. Sie spricht von der "hungersüchtigen Fitness unserer Artgenossinnen", von Mädchen und Frauen, die sich über "die Minderwertigkeit unserer Selbstsicherheit" definieren, und die schön sein wollen, "damit man nicht sieht, wie groß der Schmerz in ihnen ist". Und manchmal blitzt in allen Grausamkeiten Humor durch: Kein Mädchen schlitze sich die Arme, "weil es früher mal ein Zebra war und wieder gestreift sein will".

Zusammen mit ihrem Begleiter Oliver stellt Lilly Lindner in Szenen die Angst und die Sehnsucht nach Berührungen, oder den Wunsch, sich einfach fallen lassen zu können, dar. Lindner taucht dabei oft auf den Boden ab, was ihr Publikum in den hinteren Reihen etwas ratlos sein lässt. Die Schülerinnen und Schüler sind aber über die eineinhalb Stunden zutiefst gebannt. "Haltet Euch fern von meiner Vergangenheit", ist Lindners Rat. Sie möchte die Menschen "in dem Alter erreichen, in dem ich alles weggeworfen habe". Deshalb sind ihr auch Lesungen an Schulen besonders wichtig. So anstrengend sie auch sind. In Dannenberg habe sie im Publikum viele Augen gefunden, an die sie sich habe halten können.

 



EJZ vom 17.02.2014




EJZ vom 03.12.2013




EJZ vom 23.11.2013

Projekttag Tod an der Jeetzel-Oberschule Lüchow

Das trübe und regnerische Wetter passte gestern nur allzu gut zum Projekttag Tod der Jeetzel-Oberschule

tl Lüchow. In einem der 13 Workshops beschäftigten sich die Jungen und Mädchen mit „Tod im Rettungsdienst“. Rettungsassistent Matthias Vongehr erzählte unter anderem von Erfahrungen mit dem Tod an Unfallorten, wo oftmals Kreuze als Mahnmal stehen.


Aufn.: T. Lieske

Funkmeldeempfänger schlägt Alarm: Verkehrsunfall auf der B248, Person eingeklemmt. „Ach ja, das ist ja diese Ecke, da passiert öfter mal was. Dann kommst du an die Unfallstelle und denkst: Das Auto kennst du doch, bitte lass den Fahrer noch leben.“ Matthias

Vongehr ist Rettungsassistent beim Deutschen Roten Kreuz in Lüchow. Genau mit dieser szenischen Schilderung konfrontiert er  Neunt- und Zehntklässler der Lüchower Jeetzel-Oberschule. Es ist Projekttag Tod. Vongehr erzählt von seinen Erfahrungen im Rettungsdienst. „Kommt es oft vor, dass jemand stirbt?“, will eine Schülerin wissen. „Im vergangenen Jahr gab es häufig tödliche Verkehrsunfälle. Schätzt mal, wieviele Menschen sind im ersten Halbjahr 2013 in Deutschland gestorben?“, fragt der  Rettungsassistent die Schüler. Die einen schätzen 20 bis 30 Menschen – ein Junge meint 50000. Es waren 80000 Menschen, sagt Vongehr. Betretene Stille im Raum, draußen laufen die Regentropfen am Fenster herunter. „Der Tod ist echt ein hartes Thema, man muss sich so früh wie möglich damit beschäftigen.“

Am schlimmsten sei es, sagt der Rettungsassistent, wenn ein Kind sieht, dass sich dessen Vater umbringt. „Oder wenn ein unschuldiges Kind aufhört, zu atmen.“ Vongehr möchte wissen, ob sich die Jugendlichen vorstellen können, wie der Tod sei. Stille, niemand mag etwas sagen. Der Rettungsassistent kennt die Minuten vor dem Tod – aus Erfahrung im Umgang mit sterbenden Patienten, sagt der 24-Jährige. „Viele fangen, wenn sie noch die Kraft dazu haben, an zu weinen. Dann weiten sich ihre Pupillen, sie atmen noch ein bis zweimal tief ein und dann sterben sie.“ Die Schüler sind beeindruckt, mit welcher Leichtigkeit der junge Rettungsassistent von seinen Erfahrungen erzählt. Oft werde den Rettungskräften gesagt: „Das muss dich kaltlassen.“

Aber Vongehr entgegnet dem gleich: „Nein, das darf es nicht immer. Auch ein Mann darf dann mal weinen. Man darf als Rettungsassistent auch mal jemanden in den Arm nehmen und mitweinen, das hilft.“ Vongehr leitet an diesem Vormittag einen von 13 Workshops. In einem anderen basteln die Jugendlichen eine „Jenseitskiste“ mit einer Pastorin, eine Hebamme erzählt vom Thema „Schwanger – was nun? Entscheidung über Leben und Tod“, ein Bestatter gibt einen Einblick in sein Berufsfeld.

„Wir wollen die Schüler mit dem für sie oft recht fernen Thema konfrontieren und bei ihnen etwas in Bewegung setzen“, erklärt Lehrer Kurt-Martin Nimz, der zusammen mit seiner Kollegin Gunda Herborth den Projekttag organisiert hat. Und was sagen die Jugendlichen nach den Workshops? „Am beeindruckendsten war die Frau, die erzählt hat, dass Sterben auch schön sein kann“, findet Vanessa Bormann aus der 10. Klasse. Die Angst vor dem Tod konnte der Projekttag dem 15-jährigen Andrian Heindorf nicht nehmen. „Ich möchte später auf jeden Fall nicht allein sterben“. Laura Kastrati aus der Klasse 10 c hat sich schon vorher intensiv mit dem Thema Tod auseinandergesetzt. Ebenso Sebastian Greibke aus der 9d: „Im Konfirmandenunterricht waren wir beim Bestatter und auf dem Friedhof.“ Der 16-jährige Selim Krasniqi findet es wichtig, über den Tod nachzudenken, „weil es uns allen mal passieren wird, und weil wir dann wissen müssen, was wir hinterlassen“.



EJZ vom 21.09.2013

 

Gute Wahlbeteiligung
Juniorwahlen an der KGS Clenze und der Oberschule Lüchow

 

tl/lr Schüler wählen- außer bei Kommunalwahlen war da bisher für die meisten Schüler der KGS Clenze ein fernes Ziel. Das Projekt Juniorwahl, eine simulierte Bundestagswahl, könnte die Distanz der Schüler zur aktuellen Bundespolitik verringert haben. 11 Politiklehrerinnen und –lehrer beteiligten sich mit 16 Kursen oder Klassen an diesem bundesweiten Projekt. 332 Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich so im Unterricht mit Politikern, Parteien und Programmen.

„Die Verbindlichkeit, die durch den Wahlakt erreicht wird, hat auch den Unterricht, die Auseinandersetzung mit politischen Meinungen intensiver werden lassen“,  resümiert der Politiklehrer Ronny Gärtner. Stefan Zauner, kommissarischer Fachbereichsleiter für die Fächer Politik, Geschichte und Erdkunde, ist begeistert über die Resonanz und Ernsthaftigkeit der Schüler. Für die Wahl wurden in der Mediothek zwei Wahlkabinen aufgebaut. Eine versiegelte Urne hinterließ den Eindruck einer echten Wahl, die Schüler mussten auch ihre  entsprechende Benachrichtigungskarte mitbringen. Die Organisation lag in der Hand des Wahlvorstandes , der aus Zauner und den gewählten Schülern Benjamin Willruth sowie Maximilian Wons aus einer neunten Klasse des Realschulzweiges bestand.

„Natürlich kommen auch immer Ausschnitte aus den regionalen Tageszeitungen zum Einsatz“, betont Gert Hannemann, der mit zwei Hauptschulklassen beteiligt war. Etwa 90 Prozent gaben ihre Stimme ab.

Auch an der Jeetzel-Oberschule in Lüchow lief das Projekt Juniorwahl. Daran beteiligten sich die Klassenstufen 8 – 10. Organisiert haben die Lehrer Dagmar Schulze, Sandra Harre und Peter Mebben die Wahl. zusammen mit Schülern der 8. Klasse. Am Ende des Wahltages bilanzierte der Wahlvorstand: Von 191 Wahlberechtigten beteiligten sich 133 junge Wähler. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 69 Prozent. Schon jetzt sind die Juniorwähler auf das Ergebnis am Sonntagabend gespannt. Positiver Nebeneffekt, so glauben die beteiligten Lehrkräfte, sei das wachsende Interesse an politischen Fernsehsendungen und Zeitungsartikeln.



EJZ  vom 24.06.2013

Letzte Hürde gemeinsam gemeistert

Entlassungsfeier der Jeetzel-Oberschule und des Wilhelm-Warmbold-Förderzentrums Lüchow

tl Lüchow. Ich packe meinen Koffer und nehme mit: einen Smiley, einen Stein, eine Kerze und einen Wecker. Auf der gemeinsamen Schulentlassung der Jeetzel-Oberschule Lüchow und des Wilhelm-Warmbold-Förderzentrums packten die Lehrer ihren Schülern am Freitag einen Lebenskoffer. Für stille Momente, für große Hürden, vor allem aber für einen erfolgreichen Start in einen neuen Lebensabschnitt.

Schulleiter Herbert Franz sparte nicht mit lobenden Worten: „Ihr könnt stolz auf euren Schulabschluss sein.“ Der stellvertretende Landrat Udo Sperling appellierte an die Schüler, dass nun nicht die sorglose Zeit des Ausschlafens beginne: „Ihr werdet Entscheidungen treffen müssen und eure eigene Zukunft gestalten.

Vergesst dabei nicht, dass es Menschen gibt, denen es schlechter geht als euch. Denkt an sie.“ „Liebe Leidensgenossen, sechs Jahre nach Einlieferung in diese Anstalt, Entschuldigung: Lehranstalt“, begannen die Schüler selbst ihre Abschlussrede und hatten die Lacher auf ihrer Seite. Sie erinnerten an amüsante Momente aus dem Unterricht – ebenso die Theater-AG mit einem Sketch –, daran, dass sie viele neue Freunde gewonnen haben. Aber auch an die Schulzusammenführung vor zwei Jahren: „Wir hatten eine riesen Angst davor. Aber jetzt wissen wir: Es war ein Fortschritt, eine Hürde, die wir gemeinsam gemeistert haben.“ Musikalisch hat die Band der 6. Klassen den Rahmen gestaltet. Mit „Lass die Musik an“ von Madsen und „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller überbrachten sie musikalisch die Botschaft: Lasst euch nicht unterkriegen und zieht euer Ding durch. Darauf wird es in einigen Wochen sicherlich ankommen: Die einen gehen weiter zur Schule, die anderen beginnen eine Ausbildung. Beides, so waren sich am Ende alle einig, erfordere Ausdauer, Mut und Disziplin. Auch die Percussiongruppe der Schule unterhielt das Publikum. Doch erst einmal gabs die  langersehnten Zeugnisse. Sichtlich stolz mit den wertvollen Papieren  in der Hand brachen die Schülerinnen und Schüler auf – in ihre Zukunft.

Ob besondere Noten oder Engagement für die Schule – sie haben sich verdient gemacht: Noreen Schäfer (von links/Klassenbeste 9c), Michelle Dominik (Beste 10c), Dennis Fiesinger (Bester 10b), Torben Mävers (Engagement in der Gesamtkonferenz als Schulsprecher), Hanns Martin Schulz (Bester 10a) und Fatme Tümenci (Engagement im Wilhelm-Warmbold-Förderzentrum).      Aufn.: T. Lieske



EJZ  vom 14.03.2013

 „Das war eine Leistung“
Lesewettbewerb für Förderschüler in Lüchow

tj Lüchow

Spannend, spannend, sehr spannend – darin stimmen Sarah Appel, Fabian Lessow und Jakob Zander überein, als sie erzählen, warum sie das Buch ausgesucht haben, aus dem sie gestern in Lüchow vorlasen. Die drei Sechstklässler sind die Sieger des Vorlesewettbewerbs des Börsenvereins des deutschen Buchhandels in der Kategorie Förderschüler an ihren Schulen Gartow, Lüchow und Dannenberg – und Jakob Zander ist seit gestern außerdem Bezirkssieger. Sarah Appel und Fabian Lessow teilen sich den zweiten Platz. Für ihren Erfolg mussten die Vorleser außer dem selbstgewählten auch einen vorgegebenen Text vortragen.

Eigentlich hätten beim Entscheid in der Oberschule Lüchow noch vier weitere Schülerinnen und Schüler dabei sein sollen, Gewinner an anderen Schulen der Region – die drei Lüchow-Dannenberger blieben aber unter sich.

Spannend fand der eine eine Szene, in der der Held der Geschichte seinen Onkel verfolgt, der das Tageslicht scheut, der andere den Kampf gegen einen Drachen. Sarah Appel nennt noch einen weiteren Grund für die Auswahl ihrer Vorlesestelle: dass sie sich gut betonen lässt. Zur Probe vorgelesen haben die drei Jugendlichen Eltern, Lehrern oder Geschwistern, Jakob Zander auch in der Klasse. Jakob Zander ist auf Tolkiens „Der Hobbit“ gekommen, weil er den Film gesehen hat. Fabian Lessow ist „Charlie Bonne und das Geheimnis der sprechenden Bilder“ im Unterricht begegnet, Sarah Appel hat „Schock beim Tierarzt“ aus der Abenteuerreihe der „Drei ???“ über den Vorlesewettbewerb 2012 kennengelernt.

Sowohl die selbst ausgesuchten als auch den Text, den sie erst beim Wettbewerb erhielten, lasen die drei auf eine Art, die Juror Stefan Wiechert-von-Holten bei der Übergabe der Buchpreise beschrieb: „Die Leseleistung, das war eine Leistung.“

Außer dem Lüchower Probst gehörten die Buchhändlerin Stefanie Thürmer, Martina Jahn von der Kreisjugendpflege, Katrin Klupsch-Jandt vom Lüchower Mehrgenerationenhaus und die Märchenerzählerin Irma Weigel zur Jury. Bewertet hatte das Quintett Lesetechnik, Textgestaltung und –verständnis.

Wie ist das mit dem Lesen in den Klassen der Gewinner? Ganz genau weiß es keiner von ihnen. Thema seien Bücher eher selten, und wenn, dann die aus dem Unterricht.




EJZ vom 22.02.2013

Pausenangebot erweitert
Dank Spenden nun mehr Spielgeräte für die Oberschule in Lüchow

tl Lüchow. Bunter und abwechslungsreicher ist seit Kurzem das Pausenangebot an der Oberschule in Lüchow. Dank einer Spende der Lüchower Bürgerstiftung und der Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg (OLD) haben die Schülerinnen und Schüler jetzt nicht nur ein neues Kettcar für den Schulhof sondern auch ein überdimensionaloes Vier-Gewinnt-Spiel sowie einige Geschicklichkeitsspiele.
Über 1000 Euro haben sich Bürgerstiftung und Volksbank die Spielsachen kosten lassen - unter anderem eine weitere Spende, die aus dem Wunschjanuar resultiert. "Wir sind sicher, dass die Spenden gut genutzt werden", versicherte Schulleiter herbert Franz der Vorsitzenden der Lüchower Bürgerstiftung, Alexandra Sprockhoff, und Hanno Jahn aus dem Vorstand der Volksbank OLD.
auch die beiden Schülersprecher Antoneta Cela und Torben Mävers bedankten sich bei den Spendengebern - mit Rosen und Urkunden.
Auf dem Schulhof sind die neu beschafften Spielgeräte schon im Dauereinsatz - sie sollen unter andem die motorische Entwicklung der Jungen und Mädchen fördern, erklärten Hilke Sonderhoff, die didaktische, sowie Melitta Schmidt, die pädagogische Leiterin der Schule.

 



Generalanzeiger vom 14.04.2013

Dönermann, Mces, Eisdiele und Co?

Auf der Spur ihrer Lieblingsnahrung begegnen Schüler der Jeetzel-Oberschule den Lieferanten

Dönermann, Mces und Co sind in wechselnder Reihenfolge DIE Experten für Jugendliche, wenn es um kulinarische Vorlieben geht. Gesunde Ernährung und die Auseinandersetzung mit allen damit zusammenhängenden Themen gehören dagegen nicht unbedingt zu den Lieblingsthemen der jungen Heranwachsenden. Dass sie Lehrplaninhalte sind und hilfreich sein könnten bei der späteren Selbstversorgung ist ebenfalls kein überzeugendes Argument für eine Altersstufe, deren eigene Endlichkeit von einer Bewusstseinsphase der Unsterblichkeit überlagert wird.
Wie richtet man das Interesse der Schülerinnen und Schüler auf die Herkunft und Entstehung ihrer Nahrung und stellt gleichzeitig einen Bezug zur Landwirtschaft her, der  zwischen völlig veralteten Kinderbüchern, Sachtexten in Schulbüchern und Horrorszenarien im Fernsehen pendelt?

Das Lehrerteam der 6. Klassen der Jeetzel-Oberschule Lüchow versuchte es mit einem besonderen Projekt. Über einen Imageflyer waren die Klassenlehrer der 3 Klassen auf die Idee gekommen, zusammen mit dem Bauernverband Nordostniedersachsen an den Projekttagen zu Beginn des Halbjahres ein dreitägiges Landwirtschaftsprojekt durchzuführen. Urte Rötz von der Lüchower Geschäftsstelle organisierte mit  Team 6 im Rahmen der traditionellen Jahrgangsprojekte drei Hofführungen, bei denen die Kinder moderne Landwirtschaftsbetriebe kennen lernen sollten. Der Verband kümmerte sich um die Busse, die Anfang Februar rund 60 Schüler zu den Bauernhöfen nach Damnatz, Dünsche und Gedelitz brachte, wo freundliche Betriebsleiter bereits warteten, um ihre Milchviehbetriebe bzw. den Schweineaufzuchtbetrieb zu zeigen und zu erklären. Staunend erfuhren die Jugendlichen, dass ein Landwirtschaftsbetrieb des 21. Jahrhunderts wenig mit den Bauernhöfen aus ihren Kinderbüchern zu tun hat und die letzten romantischen Verklärungen wurden endgültig begraben, als sie die vielen Hightech-Geräte in Aktion sahen. Ob Boxenlaufstall, Melkkarussell, Transponder für den Melkroboter oder Futterzusammensetzung, der Einsatz moderner Maschinen und die Überwachung durch Monitore und Speichersysteme sind heute in landwirtschaftlichen Betrieben unverzichtbar. Die Jungen waren von den technischen Geräten und den Schleppern fasziniert, während die Mädchen ihr Herz eher an Kälbchen und Ferkel verloren. Verblüfft registrierten die Sechstklässler außerdem im Boxenlaufstall mit ca. 300 Kühen, dass das einzig Wahrnehmbare Kindergeräusche waren und man wünschte sich  einen vergleichbaren Schulalltag: Chillen in gemütlichen Ecken, bei Bedarf Leckereien oder eine Massage.


Wieder zurück im harten „Arbeitsalltag“ wurden die Erfahrungen von den Höfen mit entsprechenden Fotos bzw. Berichten aus Internetrecherchen verknüpft und mit Powerpoint-Präsentationen an Mitschüler weitergegeben. Trotz der Streicheleinheiten, die die Jungtiere reichlich erhalten hatten, gab es keine Berührungsängste, sich auch mit der eigentlichen Bestimmung dieser Tiere auseinanderzusetzen: Dönermann, Mces oder Co?

Am Ende der Projekttage waren sich alle Beteiligten einig: Die immer gewünschte  Nachhaltigkeit gab es bei diesem informativen Thema als Draufgabe!




EJZ vom 22.02.2013


Vom Ferkel zum Schnitzel

Schüler der Jeetzel-Oberschule besuchen landwirtschaftliche Betriebe

Im Februar, pünktlich zum zweiten Schulhalbjahr, finden an den meisten weiterführenden Schulen des Landkreises Informationsveranstaltungen für die künftigen 5. Jahrgänge statt.
Da die Viertklässler mit den Halbjahreszeugnissen eine Schullaufbahnempfehlung erhalten, die den meisten Eltern als Basis für die Suche nach dem richtigen Schultyp dient, ist es ein geeigneter Zeitpunkt für die aufnehmenden Schulen, sich zu präsentieren.

Die Jeetzel-Oberschule Lüchow nutzte diese Gelegenheit in diesem Jahr frühzeitig mit einem Tag der offenen Tür und umfassenden Informationsmöglichkeiten, um Lernziele, Unterrichtsinhalte und Lehrmethoden transparent zu machen und die Leitideen der Schule sowie pädagogische Schwerpunkte zu transportieren. Erstmalig konnten sich Eltern und Viertklässler anhand eines kleinen Image-Films einen ersten Eindruck von der Schule verschaffen. Die Kamerafrau Anne Gerhardt hatte in den Wochen vorher Schüler interviewt, Unterrichtsmomente festgehalten, Lehrer fotografiert und zusammen mit Bildern von Schul- und Sportfesten eine Präsentation erstellt, die auch bei den älteren Schülern gut ankam. Dieser Film soll zukünftig im Laufe der Jahre von Schülern aktualisiert und verändert werden. Schulleiter Herbert Franz und die Didaktische Leiterin Hilke Sonderhoff rundeten die mediale Vorstellung der Schule mit allgemeinen Informationen ab und beantworteten Fragen der Eltern.

Die Jahrgangsteams präsentierten die Ergebnisse der vorangegangenen Projekttage, zeigten kleine Unterrichtssequenzen aus dem Fachunterricht, demonstrierten die vielfältige Nutzung der interaktiven Tafeln und das Percussion Ensemble bot stolz seine Fortschritte dar.

Bei den traditionellen Jahrgangsprojekten bekamen auch diesmal die Betriebserkundungen der 9. Klassen gute Rückmeldungen von Schülern und Eltern. Die Fachgruppe Wirtschaft ermöglichte in Zusammenarbeit mit 15 Firmen des Landkreises und unter aufwendiger Logistik, dass jeder Schüler drei verschiedene Betriebe seiner Wahl besuchen konnte.

Im Jahrgang 7 vertieften außerschulische Experten die Medienkompetenz und erweiterten damit das Gebiet der Medienerziehung – ein Schwerpunkt an der Jeetzel-Oberschule.
Neu im Projektprogramm und für die Schüler ein richtiges Highlight war das Landwirtschaftprojekt der 6. Klassen. Drei Betriebe in Gedelitz, Dünsche und Damnatz öffneten ihre Tor und vermittelten den Jugendlichen eindrucksvoll die Funktionen von Melkroboter, Boxenlaufstall und Kälberdorf, einige Schüler durften im Melkkarussell mitfahren und ganz Mutige probierten sogar Kälber- und Ferkelfutter.

Es war ein spannendes Projekt für die Jeetzel-Oberschüler, denn obwohl alle in ländlicher Umgebung aufwachsen, hat kaum einer die Möglichkeit, derartige Einblicke in moderne Landwirtschaftsbetriebe zu erhalten. Wieder in der Schule, stellten sie sich gegenseitig ihre Erfahrungen mit Powerpoint-Präsentationen am Smartboard vor und genossen dabei die 25 kg Kartoffeln – ein Geschenk der Familie Harms aus Damnatz – mit frischem Kräuterquark, liebevoll von einigen Müttern zubereitet.
Der Tag der offenen Tür war auch für die meisten Schüler ein gelungener Abschluss der drei Projekttage, wann sieht man sonst schon mal die Ergebnisse der anderen Jahrgänge?

 


 

EJZ vom 14.1.2013

Ein Gongschlag für das neue Jahr

Tamburo Temperamento begeisterte mit Neujahrskonzert

bm Lüchow. Ein Parkplatz an der Lüchower St.-Johannis-Kirche war am Freitagabend ebensowenig zu ergattern wie ein Sitzplatz im prall gefüllten Gotteshaus.

Bereits 20 Minuten, bevor das Percussion-Ensemble Tamburo Temperamento der Oberschule Lüchow sein Konzert begann, waren die Reihen besetzt und freudige Erwartung erfüllte den Raum. Temperamentvoll ging es dann auch gleich los. Trommelwirbel für sieben verschiedene Schlaginstrumente und ein Gongschlag leiteten das neue Jahr mit Power ein.

»Das war unser großer Wirbel ins neue Jahr», erklärte Or- chesterleiter Nuri El Ruheibany, der mit großem Applaus begrüßt wurde. Mit »harten und schroffen» ebenso wie mit »zärtlichen und liebevollen» Tönen zeigten die jungen Musiker die Vielfältigkeit der Percussionsinstrumente, wie Birga Schütte erklärte. Er führte gemeinsam mit El Ruheibany durch das Konzert. Einfühlsam ging es nach dem aufregenden Einstieg weiter mit »Satyre», einem Duett, gespielt von Catharina Schorling am Klavier und Nora El Ruheibany am Vibrafon. Die musikalische Zeitreise ging bis in die Barockzeit mit Werken von Vivaldi und Bach. Anstelle der Violine trat die Marimba. Auch dem wieder zurückgekehrten Winter wurde mit zarten Klängen des Vibrafons ein Lied gewidmet, bevor es auf eine Tour durch sieben Länder ging. Amüsant und kurzeilig stellten El Ruheibany und Schütte die Stücke vor. »Die Percussionsmusik hat ihren Ursprung im Jahr 1930. Carl Orff entdeckte dieses Instrumentarium, besser bekannt als Orff-Instrumentarium. Nach El Ruheibanys erstem Workshop für Orff-Instrumente im Jahr 1978 komponierte Nuri die ,Musikalische Reise durch sieben Länder»- für die Experten ein gelungenes Stück», informierte Schütte das Publikum. Zwei Sätze daraus spielte das Ensemble am Freitag.

Auch die Nachwuchsgruppe Tamburo II begeisterte mit internationaler Folklore und entführte die Gäste nach Frankreich, Italien, Syrien und Russ-land. Mit einer musikalischen Legende unterhielt Birga Schütte, der nach einem einjährigen Aufenthalt in Neuseeland eine der unzähligen Geschichten dieses vielfältigen Kontinentes mitgebracht hatte. Die musikalische Begleitung stammte dabei von Schütte selbst. Mit »Tamburo Temperamento» - ein Stück, das jedem Spieler des Ensembles gerecht werde, wie der Leiter erklärte - »Afrosil» und dem »Säbeltanz» wurde in der winterlich kühlen Kirche noch einmal kräftig eingeheizt. Zugaben und Standing Ova-tions waren ein Muss. »Unser Programm ist eigentlich noch länger, aber die Zeit ist fortgeschritten. Wir könnten noch Stunden spielen», beendete El Ruheibany nach rund zwei Stunden lächelnd das Konzert. Mit Sicherheit hätte auch das Publikum noch weitere Stunden zuhören können.

Bild: Die Nachwuchsgruppe Tamburo II begeisterte in der voll besetzten St.-Johannis-Kirche in Lüchow mit ihrem Können. Aufn.: A. Beckmann

 


EJZ 12.12.2012

Kleine Grundschulen: Stammschule mit Außenstellen?

 

Kultusminister Dr. Bernd Althusmann in Lüchow - Bilanz der Schulpolitik mit vielen Zahlen, Daten, Fakten

by Lüchow. Wenn Kultus- minister, egal welcher Partei, in früheren Jahren im Wendland waren, dann haben sie es in der Regel ziemlich dicke gekriegt - von Eltern wie von Lehrkräften. Der Ton war laut, manchmal auch richtig aggressiv.

Ganz anders Dienstagabend im Lüchower Ratskeller. Es ging friedlich zu, die anwesenden Schulleiterinnen, Schulleiter und Lehrkräfte benannten in der Diskussion konkrete Probleme, die ihnen den Alltag schwer machen. Der Ton war fragend, keinesfalls vorwurfsvoll. Kultusminister Dr. Bernd Althusmann, der mit vielen Zahlen, Daten und Fakten eine positive Bilanz seiner bisherigen Zeit als Minister zog, war aber offensichtlich innerlich auf Vorwürfe pur eingestellt. Die Folge war bei vielen Fragen ein seltsames Missverstehen, das besonders beim Thema Inklusion deutlich wurde. Althusmann war in Abwehrhaltung, rechnete vor, dass statistisch höchtens ein behindertes Kind pro Klasse zu erwarteten sei, kein Grund also, zu stöhnen. Die Lehrkräfte sollten nicht so ängstlich sein. Dabei ging es der inklusionserfahrenen Martina Meyer, der Leiterin des Lüchower Wilhelm-Warmbold-Förderzentrums, bei ihrer Frage lediglich darum, Hilfe bei der Besetzung von zwei freien Stellen - auf die es keine Bewerbungen gegeben habe - zu erhalten, um auch in allen derzeitigen Integrationsklassen die Stunden doppelt besetzen zu können, die doppelt besetzt werden müssen - nach den schon lange geltenden Regeln. Bernd Althusmann ist merklich stolz auf die von ihm initiierten Veränderungen in der Schullandschaft. Er nennt als Beispiele eine »wegweisende, kluge Einstellungspolitik», eine »im Moment vertretbar gute Unterrichtsversorgung», die Einführung der Oberschule, eine Lehrer-Schüler-Relation von 1 zu 14 sowie den Rückgang der Schulabbrecherquote von 10,3 auf 5,9 Prozent. Gleichzeitig gebe es noch viel zu tun: die Lehrerausbildung soll verbessert werden, ein Praxissemester Pflicht werden, die Schulinspektion eine neue Form erhalten, das teilgebundene Ganztagsangebot ausgebaut werden. Beifall erhielt Althusmann für seine Ankündigung, dass viele administrative Aufgaben etwa bei der Einstellung von Honorarkräften, ab Februar nicht mehr von den Schulleitungen, sondern von der Landesschulbehörde erledigt werden. Die Schulleitungen bekämen so wieder mehr Zeit für wesentliche Aufgaben. Gerade bei der Umsetzung der Inklusion -»Wir nehmen uns zehn Jahre Zeit und investieren 45 Millionen Euro für 1000 neue Stellen» - komme es auf deren Führungsfunktion an. Was den absehbaren Rückgang der Schülerzahlen angeht, stellte Dr. Althusmann klar, dass das Land keine Grundschulen schließen, sondern ihnen weiter Stunden zuweisen werde. Allerdings müsse darüber diskutiert werden, welche Größe pädagogisch noch sinnvoll sei, und wo Kooperationen geschlossen werden können. Warum sollte sich nicht das Kollegium zusammenschließen, eine Schule zur Stammschule machen, die anderen zu Außenstellen mit jahrgangsübergreifenden Klassen? Gegenüber der Idee, mit Sonderzahlungen Lehrkräfte aufs Land zu locken, zeigte sich Althusmann ein »bisschen zurückhaltend». Was die Ausstattung mit Sozialpädagogen angeht - vor allem die Oberschulen hatten sich da mehr erhofft - fragte der Minister nach der Leistung der Schulträger. Die hätten schließlich dafür Geld aus dem Teilhabepaket des Bundes erhalten, sozialpädgogische Unterstützung sei eine Aufgabe der Jugendhilfe.

 

 

Bild: Kultusminister Bernd Althusmann bilanziert die Schulpolitik der Landesregierung. Am Tisch die CDU-Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock, die, so Althusmann "ständig" bei ihm im Ministerium sei, und Christian Carmienke, Sprecher der CDU-Fraktion im Kreistag. Aufn.: Ch. Beyer



 



 

EJZ vom 20.11.2012

Lehrerin im Praktikum bei ContiTech - Kontakt durch Arbeitskreis Schule-Wirtschaft

lrDannenberg. Das gepflegte Vorurteil »Lehrer haben mittags Feierabend und darüber hinaus ein halbes Jahr frei» hält zumindest bei Andrea Petrosyan, Lehrerin an der Oberschule Lüchow, nicht stand. Sie hat einen Teil ihrer Herbstferien genutzt, ein Lehrerpraktikum bei ContiTech in Dannenberg zu absolvieren.

Ihr Grund dafür: »Ich möchte den Betrieb, in dem auch meine Schüler regelmäßig Praktika absolvieren, kennenlernen, um zu beurteilen, was dort von ihnen erwartet wird. Und ich möchte mehr über die Ausbildungsanforderungen erfahren, um meine Schüler besser auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten.»

Diese Chance hatte sie nun an einigen Tagen ihrer Ferien ergriffen. Von der Vertriebsdisposition über das Lager, die Warenannahme bis zur Personalabteilung durchlief die Lehrerin mehrere Stationen, musste genauso anpacken wie andere Praktikanten auch. Dadurch lernte sie die Aufgaben der Industriekaufleute und der Fachlageristen kennen. Für die Lehrerin galten die gleichen Bedingungen wie für andere Mitarbeiter: Arbeitsbeginn im Versand um 5.45 Uhr. Beeindruckt war Petrosyan von den straffen Arbeitsabläufen und den vielfältigen Arbeitserleichterungen. Sie kann nun die Berichtshefte ihrer Schützlinge deutlich besser beurteilen als vorher und weiß nun, was ein Praktikant bei Conti alles leisten muss.

Conti-Personalreferentin Petra Schramm hatte das Lehrerpraktikum sofort nach der Anfrage ermöglicht. »Wir merken gleich, wie gut die Schüler im Vorwege durch ihre Lehrer vorbereitet wurden. Eine gute Berufsorientierung vermeidet Abbrüche.» Die Personalerin würde gerne noch mehr Praktikumsplätze anbieten, wenn die Schulen die Praktika-Zeiträume entzerren würden. Schramm bietet auch anderen Lehrern ein Betriebspraktikum an oder kommt an die Schulen, um über die Ausbildungschancen bei ContiTech zu sprechen. Für ein Praktikum reicht eine klassische Papierbewerbung an das Dannenberger Werk.

Aktiv ist Lehrerin Petrosyan auch im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, einer gemeinsamen Initiative des Arbeitgeberverbandes Lüneburg-Nordostniedersachsen, der Schulen und des Ausbildungspaktes Lüchow-Dannenberg. Der Arbeitskreis bietet den Lehrkräften regelmäßige Betriebserkundungen an, um sich vor Ort zu informieren. So hatte Petrosyan im Vorwege des Praktikums bei einem Arbeitskreistreffen bei Contitech, an dem 25 Pädagogen unterschiedlicher Schulen teilnahmen, den Kontakt zur Personalverantwortlichen geknüpft. »Für uns Pädagogen sind diese Begegnungen wichtig, denn nur dadurch können wir Einblicke in die regionale Wirtschaft erhalten und unsere Schüler nah an den Erfordernissen der Betriebe beraten», stellt Marc Glüsen, Leiter des Arbeitskreises Lüchow-Dannenberg und Pädagoge an der BBS in Lüchow, fest.

Dass die Betriebe für diese Unterstützung bereit stehen, bestätigt Renate Peters, Bereichsleiterin Schule-Wirtschaft beim Arbeitgeberverband in Lüneburg. »In diesem Jahr haben wir in Nordostniedersachsen 30 Betriebserkundungen mit über 500 Lehrern vermittelt.» Weitere Infos zum Arbeitskreis Schule-Wirtschaft in Lüchow-Dannenberg gibt es im Internet unter www.av-lueneburg.de/schulewirtschaft.

 


 

EJZ vom 18.10.2012

Heimatkunde im MP3-Format

Pilotprojekt »Landchecker»: Elbtalschule Gartow und Oberschule Lüchow erstellen Audio-Guides


tl Gartow/Lüchow. Fünf Kilometer lang ist die Strecke, auf der Vogel Petry seine Zuhörer durch Gartow führt. Es geht vorbei an der Wendland-Therme, durch das Feriendorf, weiter zum Galgenberg, zur Gruft in der Kirche und zur alten Holzbahn beim Friedhof. Alles gespeichert als MP3-Datei in einem sogenannten Audio-Guide.

Einige Wochen lang erkundeten acht Schüler der Elbtalschule Gartow als »Landchecker» ihre Region. Ihre Entdeckungen hielten sie auf Tonband fest und stellten aus den Aufnahmen eine unterhaltsame Tour durch Gartow zusammen. Angeleitet von Melanie Abbas vom Verein Violetta, »haben die Jugendlichen einen intensiven kreativen Prozess hinter sich gebracht». Das berichtete Irene Strobanek bei der Präsentation der Ergebnisse in der Kreisvolkshochschule Lüchow. Strobanek ist zuständig für die Koordination des Pilotprojektes, das die Agentur für Erwachsenenbildung und das Niedersächsische Familienministerium in Zusammenarbeit mit der Landesmedienanstalt in fünf Kreisen in Niedersachsen anbot. Einer davon war Lüchow-Dannenberg, »weil es hier nicht viel für Jugendliche gibt», wie Claudia Heinzelmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Ministeriums, erklärt. Das vorrangige Ziel des »Landchecker»-Projekts: »Wir wollen damit die lokale Identität der Jugendlichen stärken», sagte Strobanek vor Vertretern der Elbtalschule, der Kreisverwaltung und der Projektbetreuung. Auch die Oberschule in Lüchow hat einen solchen Audio-Guide erstellt. Melanie Abbas zeigte sich erfreut, »dass das Projekt an Schulen gebunden» war. So habe man eine feste Gruppe gehabt. Gleichzeitig regte sie an, dass »Landchecker» in Zukunft im Rahmen von Projektwochen angeboten werden solle. Auch andere Jugendgruppen, die von Feuerwehren oder der Kirche etwa, könnten an einer möglichen Fortsetzung des Projektes beteiligt werden.


Vor der Präsentation hatten Kreisjugendpflegerin Martina Jahn und ein Auszubildender gemeinsam mit Claudia Heinzelmann und Melanie Abbas die Strecke in Gartow abgelaufen: »Hinter dem Zaun liegt der Galgenberg. Hier wurde 1792 ein Mensch aus Nienwalde erhängt. Bis Weihnachten hing die Leiche, drei Tage feierten die Menschen», erklärt Vogel Petry auf dem Audio-Guide. Zwischendurch erzählt der Vogel Wissenswertes und macht kleine Comedy-Einlagen, Schnarchgeräusche inklusive. Auch das Geheimnis um die Waldbahn beim alten Sägewerk nimmt Petry unter die Lupe.

Neugierige finden die Audio-Guides auf www.audiyou.de. zum Herunterladen.

Bild: Mit Hilfe von Melanie Abbas (Mitte) erstellten die Schüler Audio-Guides, die sie auch auf Fotos festgehalten haben. Im Internet können sich Interessierte die Guides herunterladen. 2 Aufn.: T. Lieske


 

EJZ vom 17.07.2012

Kreativ und flexibel

Verabschiedungen an der Oberschule

by Lüchow. Nie mehr Schule, die letzten Ferien: ab morgen Mittag gilt das für Horst-Dietmar Kirks, den didaktischen Leiter, und Margrit Thiele, Lehrerin für Hauswirtschaft und Textiles Gestalten an der Jeetzel-Oberschule in Lüchow. Gestern wurden sie offiziell verabschiedet, dazu war auch Regierungsschuldirektor Franz-Josef Kamp nach Lüchow gekommen.

Der lobte Kirks als »pädago-gisches Schwergewicht». Er ha-be maßgeblich die Pädagogik im Hauptschulbereich mitgeformt und sich mit viel Herzblut für die Schülerinnen und Schüler dieser Schulform eingesetzt. Als versierter Schulleiter - davon elf Jahre in Lüchow - habe er angesichts vieler Veränderungen eine hohe Flexibilität und Kreativität gezeigt - zuletzt bei der geplanten Fusion von Haupt-und Realschule zu einer Oberschule. Deren Rektor Herbert Franz erinnerte an Kirks» wahrlich »bewegte» Schulleiter-Jahre: zweimal in sieben Jahren habe er mit seiner Schule umziehen müssen: »Von hier nach da und von da nach hier - ohne Umzugsfirma». Damit gehe er in die Geschichte als letzter Leiter der Hauptschule Lüchow ein. Franz lobte Kirks als freundlichen, streitbaren Kollegen, der kons-truktiv die neue Schule und auch das schulformübergreifende Ganztagsmodell mitgestaltet habe. Und wie Kamp war sich Franz sicher, dass Kirks als Ruheständler nun mehr Zeit als bisher für die Mitarbeit an naturwissenschaftlichen Schulbüchern habe werde. In den Fächern Physik und Chemie werde an der Oberschule mit einem Buch gearbeitet, das Kirks mitverfasst habe. Dietmar Kirks selbst verabschiedete als letzte Amtshandlung seine Kollegin Margrit Thiele. Deren Beitrag zum Schulklima sei »unermesslich gut», wenn es um Gestaltung, Verpflegung, Dekoration und auch die Schülerfirma ging. Ihr Einsatz auf Stadtfesten und Weihnachtsmärkten habe »dem Ruf der Schule gut getan».

Dietmar Kirks dankte seinem alten und dem Oberschul-Kollegium für vielfältige Unterstützung. Für die Schule und ihre Lehrkräfte habe er zwei Wünsche: zum einen ein hohes Maß an Empathie, zum anderen stets eine umfassende Klarheit der Entscheidungen in allen Bereichen. An der Oberschule sei jeder gleich viel wert und nur gemeinsam mit allen werde eine bessere Schule entstehen. Entlassungsurkunden gab es für Thiele und Kirks an diesem Tag - denn für sie beginnt zu-nächst die Ruhephase der Altersteilzeit. Allerdings drohte ihnen ges-tern noch »Nachsitzen»: der Personalrat um die Vorsitzende Andrea Petrosyan hatte ein Quiz vorbereitet, bei dem Thiele und Kirks die Fragen aus dem jeweils anderen Fachgebiet beantworten mussten. Sie schafften auch diese Hürde.

Bild: Für Margrit Thiele und Horst-Dietmar Kirks (Mitte) beginnen morgen die letzten Ferien, und vorallem die Ruhephase ihrer Altersteilzeit. Verabschiedet wurden sie am Dienstag von Regierungsschuldirektor Franz-Josef Kamp (links) und Oberschul-Rektor Herbert Franz. Aufn.: Ch. Beyer

 


 

EJZ vom 03.07.2012

144 Schüler erlebten Landtagsdebatte

Schulen aus Lüchow und Gartow fuhren mit sieben Abschlussklassen nach Hannover

Lr Lüchow. Ist Politik langweilig, geht es in einem Parlament nur ruhig und sittsam zu? Von wegen – wissen jetzt die 144 Schülerinnen und Schüler von sieben Abschlussklassen der Jeetzel-Oberschule und der Wilhelm-Warmbold-Schule in Lüchow sowie der Elbtalschule Gartow. Wenige Tage vor ihrer Schulenetlassung in der vergangenen Woche fuhren sie mit drei Bussen zum Landtag nach Hannover, nahmen an einer Plenarsitzung teil und sprachen mit Landtagsabgeordneten, die Lüchow-Dannenberg vertreten. Dabei „bekamen wir einen besseren Einblick in die Politik“, so Alina Suchlich, einst Schülerin einer 10. Klasse. Politik sei nun kein abstraktes Thema mehr, meinte auch Martina Meyer, Leiterin der Wilhelm-Warmbold-Schule und Peter Mebben, Politiklehrer an der Oberschule. Für Schülerinnen und Schüler, so Mebben, sei es wichtig zu sehen, wo und wie Politik gemacht werde.

Für die Jugendlichen und auch ihre Lehrkräfte war es spannend, die Debatte im Landtag zu verfolgen. Sie beobachteten wie Politiker verschiedenen Fraktionen applaudierten oder ihrem Unmut durch Zwischenrufe Luft machten. Ständig klingelte die Glocke des Landtagspräsidenten, weil die Redezeit überschritten war oder es zu laut wurde. Beinahe wäre es auch zu einem Ordnungsruf gekommen. Während all dessen, so beobachteten die Lüchow-Danneberger Gäste, schrieben Abgeordnete mit ihrem Handy Kurznachrichten, lasen in der Zeitung, sprachen mit ihrem Nachbarn – alles Dinge, die in der Schule nicht erlaubt sind. Ministerpräsident David McAllister arbeitete derweil Akten durch. Und bei der Abstimmung darüber, ob Oldenburg eine medizinische Hochschule bekommen soll, erlebten sie eine heftige Diskussion mit Zwischenrufen und einer Abstimmung durch Aufstehen, so dass sie den Eindruck hatten, das Gesetz sei abgelehnt worden, tatsächlich wurde es aber angenommen.

Warum erhalten Menschen in Pflegeberufen so wenig Geld obwohl sie schwer arbeiten? Warum gibt es Ausbildungsplätze, bei denen die Auszubildenden noch Geld dazu bezahlen müssen, anstatt ein Lehrlingsgehalt zu bekommen? Wie geht es mit Gorleben weiter?: Das waren Fragen der Schülerinnen und Schüler in der Gesprächsrunde mit der Landtagsabgeordneten Karin Bertholdes- Sandrock (CDU), Kurt Herzog (Linke), Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Miriam Staudte (Grüne).

Weitere Programmpunkte dieser Tagesfahrt waren für einzelne Klassen der Flughafen, ein Besuch im Historischen Museum, eine Führung durch das Neue Rathaus oder durch die Landesgalerie im Landesmuseum und – für viele auch ganz wichtig – die Innenstadt und ihre Geschäfte.

 


 

EJZ vom 29.06.2012

Musik, Zeugnisse und Rosen

Gemeinsame Abschlussfeier der Jeetzel-Oberschule und der Wilhelm-Warmbold-Schule

by Lüchow. Wenn all die guten Wünsche wahr werden, die ihnen mit auf den Weg gegeben wurden, dann kann im Leben der 120 Schülerinnen und Schüler, die gestern von der Jeetzel-Oberschule und der Wilhelm-Warmbold-Schule ins Leben entlassen wurden, eigentlich nichts mehr schief gehen. Dieses »neue Leben» - wie es in einem Gedicht hieß, das Lars Niehus aus der 10 A geschrieben hatte, aber sein Mitschüler Lu-kas Gerlach unter tosendem Applaus rezitierte - führt einen Teil der Absolventinnen und Absolventen zunächst weiter auf eine Schule, einen anderen Teil auf einen Ausbildungsplatz.

Die Abschlussfeier für die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Hauptschulzweiges sowie der 10. Klassen des Hauptschulzweiges, des Realschulzweiges sowie der Wilhelm-Warmbold-Schule begann mit einem Gottesdienst in der St.-Johannis-Kirche. In einem Anspiel einiger Schülerinnen und Schüler hatte eine Tür eine wichtige Rolle: Will ich sie öffnen? Und was kommt danach? Ist es nicht besser, auf dieser Seite zu bleiben? Den Schritt auf die andere Seite zu wagen, brauche nicht nur Mut , sondern auch ein Ziel vor Augen, sagte Pastor Stefan El Karsheh, der jeden der Schülerinnen und Schüler segnete.

Weiter ging es in der Aula des Gymnasiums. Dort präsentierte sich die Oberschule mit Musik von Antoneta Cela, Ronja Beumer, der Band Unit Rock Jam, Tanz und einem Sketch von seiner künstlerischen Seite. Martina Meyer, Leiterin der Wilhelm-Warmbold-Schule, und Oberschulrektor Herbert Franz dankten den Jugendlichen für ihren Einsatz: »Den Erfolg habt ihr Euch erarbeitet.» Dietmar Kirks, einst Leiter der Hauptschule, wünschte den Absolventinnen und Absolventen Ausdauer, Kraft und Stärke sowie Einfühlsamkeit und Freundlichkeit und »dass ihr immer gute Menschen an eurer Seite habt». Statt »alles Gute» wünschte er ihnen lieber »viel Gutes», denn es müsse »immer etwas nicht ganz gut sein, als ein Ansporn, weiterzumachen». Und in den Worten, mit denen die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer die Zeugnisübergabe einleiteten, war von »Fleiß und Glück», und auch von »erkämpften Abschlüssen» die Rede. Zu jedem Zeugnis gab es eine Rose des Fördervereins. Mit Rosen bedankten sich einige der Klassen auch bei denen, die sie bis zu diesem Tag gebracht hatten. Zeiten mit Tränen und Lachen erinnerten zwei Sprecherinnen der Klasse 10a, »Wir sind an uns gewachsen», bilanzierten sie ihre Schulzeit, doch das Neue, was da nun komme, bereite doch ein »mulmiges Gefühl».

Bild: Einsatz für das Schulleben, beste Noten oder auch ganz persönliches Durchstarten - dafür wurden acht Schülerinnen und Schüler der Oberschule ausgezeichnet. Es sind (von links) Willi Janke,Tobias Krampa, Ann-Katrin Nitscher, Nathan Schäfer, Vanessa Zwarg, Ronja Beumer, Paulina Wendlandt und Niklas Schmitter. Aufn.: Ch. Beyer

 


 

EJZ vom 21.06.2012

»Für mich sind das Kinder wie wir»

Oberschule Lüchow: An gemeinsamer Schule soll gemeinsam unterrichtet werden - Künftig Haupt- und Realschüler in einer Klasse

by Lüchow. Die Jeetzelschule und die Lüchower Realschule sind zusammen seit knapp einem Jahr eine Oberschule. Die Erfahrungen mit dieser schulformübergreifenden Gemeinsamkeit in den drei fünften Klassen - zwei mit Realschülern und eine mit Haupt- und Förderschülern - sind so gut, dass die Jeetzel-Oberschule im kommenden Schuljahr die Gemeinsamkeit noch mehr steigern möchte.

Dann werden Haupt- und Realschüler gemeinsam eine Klasse bilden, in einer weiteren Klasse auch mit Förderschülern als Integrationsklasse. Für Schulleiter Herbert Franz ist das nur eine logische Folge: »An einer gemeinsamen Schule soll gemeinsam unterrichtet werden», sagt er. Und er fügt hinzu, dass damit die Arbeit der Grundschule an der Oberschule nur fortgeführt werde - mit dem Schwerpunkt individueller Förderung in den gemischten Klassen. Das Besondere am Unterricht in den drei jetzigen fünften Oberschul-Klassen - die zwischen 17 und 19 Schülerinnen und Schüler groß sind - sind die vier Werkstattstunden. Dann arbeiten alle an einem gemein- samen Thema, mal geht es um Tiere im Winter, mal um Ägypten, um die Steinzeit, ums Wiegen, oder es wird ein Kürbisfest vorbereitet. Die Mädchen und Jungen bekommen verschiedene Aufgaben, die sie zusammen mit anderen lösen, mal suchen sie sich ihre Partner dafür selbst aus, mal werden die Gruppen bestimmt. Und dann sitzen sie in ihren Klassen, im Gruppenraum, auf dem Flur oder liegen auch bei schönem Wetter mit ihren Büchern und Papieren auf der Tischtennisplatte auf dem Schulhof - und arbeiten. Ergebnisse müssen abgeliefert werden. Wer nicht weiter weiß, sucht sich Hilfe - und zwar zuerst bei den anderen Kindern und erst, wenn die auch nicht weiter wissen, bei der Lehrerin, dem Lehrer. Und die haben auch diejenigen im Blick, die meinen, diesen Freiraum anders nutzen zu können. Um den wird sich dann »enger gekümmert».

Yvonne Schmidt und Carolin Bresch bilden zusammen mit Margarete Meyer, Katharina Scheppmann, Kurt-Martin Nimz und Anja Böhme das »Team 5». Jeweils zwei sind Klassenlehrkraft in einer der drei Fünften. Alle sechs zusammen planen jede Woche gemeinsam die Werkstattstunden sowie auch andere Unterrichtseinheiten. Denn in manchen Fächern werden viele gleiche Themen zur gleichen Zeit, wenn auch getrennt, behandelt. Diese Teamsitzungen bedeuten eindeutig Mehrarbeit, vor der manch einer Angst hat, der bisher als Einzelkämpfer frontal vor einer Klasse stand. Für die Förderschullehrerin Yvonne Schmidt ist eine solche gemeinsame Unterrichtsplanung selbstverständlich, die anderen haben schnell die Vorteile erkannt: »Gemeinsam ist man kreativer, kommt auf mehr Ideen, kann die Werkstätten und den Unterricht schöner gestalten, als wenn man allein zu Hause am Schreibtisch plant», sagt Carolin Bresch. Die Frage der Zweifler, ob die Beratungszeit notwendig ist, sei kein Thema mehr. Und, auch das hat sich herausgestellt: Eine gute gemeinsame Vorbereitung, bei der die individuellen Aufgaben für die schwachen und die stärkeren Schüler entwickelt werden, nimmt für die Lehrkräfte auch den Stress aus dem Unterricht. Nachfolgende Teams könnten von ihrer Vorarbeit profitieren.

Struktur und Regeln für das selbstständige Arbeiten - in den Werkstattstunden und auch in den anderen - wurden gleich in den ersten Schulwochen mit den Mädchen und Jungen eingeübt. Ihre Lehrkräfte erleben in der Praxis immer wieder, dass sich die guten und zuverlässigen Schülerinnen und Schüler um die anderen kümmern. Nicht nur weil alle gemeinsam auf Klassenfahrt und Wandertag waren, fühlen sie sich als Jahrgang. Beim Wandertag nach Lübeln hat Katharina Scheppmann gezielt beobachtet, wer mit wem unterwegs war und sich über die »schöne Durchmischung» gefreut. Die Kinder wüssten, dass es Unterschiede gibt, sie seien aber für sie kein Problem.

Leonie Bötel ist eines der 54 Kinder aus dem Jahrgang. Sie findet besonders die Werkstattstunden spannend und »dass man mit den Kindern aus den anderen Klassen zusammenarbeiten kann» - auch an ungewöhnlichen Plätzen wie der Tischtennisplatte. Und selbst wenn ein Mitschüler mal etwas länger brauche oder schwer zu verstehen sei, weil er ein Sprachproblem habe, »dann fragen wir nach, gehen hin und helfen, für mich sind das Kinder wie wir», sagt Leonie. Wie stark die Gemeinsamkeit in den Fünften ist, stellte Carolin Bresch immer wieder fest, wenn sie in einer 6. Klasse unterrichtet. Die Fünften nähmen einfach mehr Rücksicht aufeinander, in den Sechsten seien »das Aufeinandertreffen und der Ton durchaus härter». Britta Kracke und Sigrid Klafak sind Mütter zweier Fünftklässler. Zu Beginn des Schuljahres haben sie schon »Ungewissheit» verspürt, ob die einen Kinder genug gefördert und die anderen genug gefordert werden. Aber sämtlich Sorgen »haben sich in Luft aufgelöst». Es laufe gut mit den drei Klassen auf einem Flur, »es sind alles nette Schüler, und die Kinder gehen gern zur Schule», sagt Sigrid Klafak. Und Britta Kracke erinnert daran, dass die Kinder sich ja aus der Grundschule schon kannten, »sie hatten keine Berührungsängste, es sind alles alte Klassenkameraden».

Dabei haben die Fünftklässler pro Woche mehr Stunden als alle anderen: Sie haben dienstags und mittwochs bis 15.30 Uhr - verpflichtend - Nachmittagsunterricht, an den anderen Tagen zweimal sechs Stunden, und einmal fünf Stunden. Das sind alles lange Schultage, der Stundenplan ist aber so gebaut, dass zwischendurch Zeit zum Durchatmen ist, etwa wenn es »erst Mathe und dann spaßige Fächer» gibt, wie Leonie berichtet. Zu diesen »spaßigen Fächern» zählt sie ITG (Informationstechnische Grundbildung) - »dann gehen wir in den Computerraum» - oder auch die »MuKuBi»-Fächer wie die Band »First Class Rock», Theaterspiel und Tanz. Wer weiter weg wohnt, ist an diesen langen Tagen womöglich erst um 17 Uhr zu Hause, muss dann aber keine Hausaufgaben mehr machen, »außer Vokabeln lernen». Die Kinder hätten sich aber schnell dran gewöhnt, sagt Britta Kracke - auch wenn ihr Sohn anfangs ganz überrascht gewesen sei, wie schnell es nach Schulschluss schon Abendbrot gebe.

Bild: Gruppenarbeit in einer Werkstattstunde: Hier arbeiten Mädchen und Jungen aus allen drei fünften Klassen zusammen an einem Thema. 2 Aufn.: Y. Schmidt

 



EJZ vom 08.06.2012

Den Schulstandort gefestigt

Jeetzel-Oberschule und Wilhelm-Warmbold-Förderzentrum enthüllen neue Schullogos - großes Schulfest

tl Lüchow. Unter tosendem Applaus vieler hundert Zuschauer erhielt die Oberschule Lüchow gestern Nachmittag einen neuen Namen und damit auch ein neues Logo: »Jeetzel-Oberschule» heißt die vor einem dreiviertel Jahr aus Haupt- und Realschule zusammengeschlossene Schule nun. Mit ihr bekam auch das Wilhelm-Warmbold-Förderzentrum, das in das Gebäude der Oberschule integriert ist, ein neues Namensschild.


»Der Zusammenschluss der Schulformen festigt den Lüchower Schulstandort», urteilte Lüchows Bürgermeister Manfred Liebhaber (SPD) auf der Feierstunde, »und mit dem neuen Namen gibt diese Schule ihren Schülern und Lehrern die Gelegenheit, sich mehr mit ihr zu identifizieren.» In diese Worte stimmte auch Pastorin Nadia El Karsheh von der St. Johannis-Gemeinde Lüchow ein: »Nichts kann für eine Schule, die ständig im Fluss ist, naheliegender sein, als sie nach einem Fluss zu taufen. Wie schön, dass dieser Fluss auch noch so nah an der Schule liegt.» Der Schulleiter der Jeetzel-Oberschule, Herbert Franz, zog währenddessen ein kleines Resümee: »Wir können und wollen noch keinen Idealzustand der neuen Schulform präsentieren. Aber einen interessanten Zwischenstand der Integration können wir zeigen.» Grußworte kamen auch vom Schulrat Franz Josef Kamp und der Schulsprecherin Antoneta Cela. Musikalisch untermalten die Schulband unter der Leitung von Kurt-Martin Nimz und Fritz Klipp sowie das Percussion-Ensemble Tamburo Temperamento die Feierstunde.

Vorangegangen war dem Festakt ein Schulfest am Vormittag, bei dem sich die Schule bunt und aktiv präsentierte: Ob mit einem Kran in luftige Höhe fahren, Säfte am Info-Stand von Voelkel probieren, ob toben auf der Hüpfburg oder spielerisch den neuen Wahlpflichtkurs (WPK) »Wirtschaft» kennen lernen - für jeden war etwas dabei. Schüler und Lehrer öffneten mit vereinten Kräften die Pforten für Besucher.

Unter ihnen war auch schon Manfred Liebhaber, der sichtlich erstaunt den Schulhof betrat: »Ein tolles Schulfest», urteilte er, »so lernen Eltern die Schule mal richtig kennen. Außerdem ist es für eine Stadt wie Lüchow ein sehr wichtiger und großer Schulstandort.Vielleicht können wir mit einer solchen Schule die Abwanderung aus dem Kreis ein wenig zum Positiven beeinflussen.» Ein großer Schulstandort bedeutet auch eine größere Vielfalt an Unterrichtsangeboten. Einen Einblick gaben Schülerinnen und Schüler in die drei neuen Unterrichtsprofile an der Jeetzel-Oberschule - darunter der WPK »Gesundheit und Soziales». »Wir machen berufsorientierten Unterricht und sind sogar schon in ein Altenheim und in Kindertagesstätten gegangen», berichtete die Schülerin Julia Schulz aus der neunten Klassenstufe. Von Vorteil sei vor allem, dass es kleine Unterrichtsgruppen seien, »das ist einfach persönlicher», erzählte Susi Metolli. Auch die weiteren Profile »Wirtschaft», »Technik» und der WPK »Französisch» stellten ihre Angebote aus. Auf dem Schulhof gab es genügend Gelegenheiten, sich auszutoben. Live-Musik von einer Bühne und zahlreiche Kuchen-Stände rundeten das Schulfestprogramm ab.

Die beiden neuen Schullogos werden einen gut sichtbaren Platz erhalten, versicherte Schulleiter Franz den Besuchern zum Abschluss. Es seien die neuen Emblems einer Schule, »an der ein Außenstehender nicht mehr erkennt, dass hier drei Schulformen miteinander den Schulalltag begehen», so Franz. Der Schulalltag im gemeinsamen Unterricht, in der gemeinsamen Pause und bei den gemeinsamen Nachmittagsangeboten.

Bild: Präsentierten den Gästen stolz die beiden farbenfrohen Logos von Wilhelm-Warmbold-Förderzentrum und Oberschule: Leiterin des Förderzentrums, Martina Meyer (in der Mitte, v.l.), Jeetzel-Oberschulleiter Herbert Franz und Schulsprecherin Antoneta Cela.

 


 

EJZ vom 03.06.2012

Spaß und Tempo

Brenn-Basketball-Turnier der Lüchower Schulen

koo Lüchow. Werfen, fangen, laufen und treffen – rund ging es beim 4. Brenn-Basketball-Turnier im Lüchower Schulzentrum. Fast 140 Kinder aus allen 5. Klassen der Oberschule und des Gymnasiums lieferten sich in der Jeetzelschulhalle einen temporeichen und spannenden Wettbewerb, aus dem die 5a des Gymnasiums mit Mannschaftskapitän Finn Törber als ungeschlagener Sieger hervorging.

Das von der Oberschule ausgerichtete Turnier kam bei den Kids gut an. Die 8a der Oberschule organisierte den Wettstreit und stellte zudem kompetente Schiedsrichter. Während die drei Klassen des Gymnasiums jeweils als Teams antraten, mischte die Oberschule ihre drei 5. Klassen durch. Beim action-reichen Spiel, bei dem die Jungen und Mädchen den gefangenen Ball erst auf einen Kasten ablegen und dann noch in einen Basketballkorb werfen mussten, kam der Spaß in den jeweils 15köpfigen Teams nicht zu kurz. Und so mancher war am Ende ganz schön außer Puste. Klar ist: 2013 soll es die fünfte Auflage des launigen Turniers geben, das eine gelungene Kooperation im Lüchower Schulzentrum ist.

Der Turnierendstand: 1. 5a Gymnasium, 2. Team B der Oberschule, 3. 5b Gymnasium, 4. Team C Oberschule, 5. 5c Gymnasium, 6. Team A Oberschule.

 

 


 

EJZ vom 04.05.2012

Ein Gespür für den Wald

Waldjugendspiele der Oberschule Lüchow in der Lucie - Zwölf Stationen für 24 Gruppen

tl Seerau/Lucie. Wenn 140 Schülerinnen und Schüler den Wald stürmen, dann nicht, um Tiere aufzuschrecken oder die Pflanzenwelt zu zerstören. Nein, gestern erkundeten die Sechst- und Siebtklässler der Oberschule Lüchow unter fachkundiger Aufsicht die Lucie bei Seerau bei Waldjugendspielen.

»Vorausgegangen sind dem Walderlebnistag zwei Projekttage an der Schule», erklärte Lehrerin Catharina Scheppmann. Sie organisierte die Spiele in Zusammenarbeit mit der Försterin Claudia Quandt vom Waldpädagogikzentrum Ostheide. Der Tag im Wald sollte nicht einfach zusammenhangslos im Raum stehen, fährt Scheppmann fort, »durch die Projekt-tage wissen die Kinder, was sie hier sehen und können viele Fragen besser beantworten.» So rüsteten sich die Mädchen und Jungen in Tierkunde, Baum- kunde oder beim Holzstapeln für den Quizlauf durch die Lucie.

Die Fragen und Aufgaben bekamen die Schülerinnen und Schüler zu Beginn auf einem Laufzettel mit; zwölf Stationen auf einem einen Kilometer langen Parcours galt es abzuarbeiten. Wie sieht die Rinde einer Birke oder einer Eiche aus? Wie stapele ich sinnvoll Holzstämme? Wie fühlt sich ein Tierfell an?Fragen, auf die die Neugierigen unterwegs Antworten fanden. Dabei trafen die Jungen und Mädchen zum Beispiel auf eine Schätzstation, an der sie ein Stück von einem Baumstamm absägen sollten, das genau 500 Gramm wiegt: »Etwas mehr abschneiden.» - »Nein, lieber ein bisschen weniger.» Am Ende lag die Gruppe »Die Wölfe» gar nicht weit daneben: Ihr Holzstück wog 519 Gramm. Dafür gab es an dieser Station die volle Punktzahl.

Ein wenig weiter lag Unrat verstreut im Laub. Sechs Gegenstände, die nicht in den Wald gehören, mussten die Gruppen suchen. An einem anderen Punkt war der detektivische Spürsinn der Gruppe »Die Eichhörnchen» gefragt: Im Moos waren unzählige, bunte Zahnstocher versteckt. Die braunen brachten am meisten Punkte, denn sie waren am schwersten zu finden. Neben dem spielerischen Aspekt stand vor allem der naturpädagogische im Vordergrund, stellte Försterin Quandt aus Oerrel heraus: »Viele Kinder gehen in ihrer Freizeit kaum oder gar nicht mehr in den Wald. Zwar vermittelt die Schule Wissen über den Wald, doch am eigenen Leib haben viele Kinder kaum Erfahrungen gesammelt. Bei den Waldjugendspielen bekommen die Jungen und Mädchen einen kleinen, aber guten Einblick, was fernab der Hauptwege im Wald passiert.» Und das genossen die Kids so richtig, erzählt die Schülerin Madita Möller aus der Klasse 7b: »Endlich kommen wir mal raus aus der Schule und können uns frei bewegen. Das ist nicht das gleiche wie Unterricht.» Begleitet wurden die 24 Gruppen von Schülerinnen und Schülern aus höheren Klassenstufen. Mittlerweile organisierte Scheppmann die Waldjugendspiele zum dritten Mal. Es war ein Erlebnistag im Wald, »der in den Unterricht mit einfließt», so Catharina Scheppmann, »das Thema Waldökologie konnten die Kinder hautnah erleben.» Für den Unterricht sind sie nun wohl gut gerüstet.

Bild: "Wie viel muss ich absägen, damit das Stück Holz genau 500 Gramm wiegt?" Mit dieser Aufgabe setzte sich die Gruppe "Die Wölfe" an der Sägestation auseinander - erfolgreich.  Aufn.: T. Lieske

 


 

 

EJZ vom 29.03.2012

Privatinitiative stößt Gutes an

Bürgerstiftung Lüchow überreicht Schecks an drei gemeinnützige Projekte - Ergebnis des »Wunschjanuars»

 

vr Lüchow. 

Im August wird im Kindergarten das von der Lüchower Bürgerstiftung und vom Land Niedersachsen unterstütze Musikalisierungsprojekt »Wir machen Musik» starten. Für ein Jahr werden die Kinder zweimal wöchentlich von Lehrerinnen aus der Musikschule besucht und bekommen Gelegenheit, sich auf verschiedene Weise auszuprobieren: zu singen, zu tanzen und zu musizieren. Alles, was im Kindergarten-alltag manchmal zu kurz kommt, wird in dieser Zeit den Kindern nahegebracht. Die Transferleistungen hin zu einem verbesserten Sozialverhalten, Motorik oder mehr Konzentrationsfähigkeit waren für die Elternvertreter des Kindergartens neben der Freude am Musizieren besonders interessant. Auch, dass alle Kinder, auch die, deren Eltern vielleicht kein Geld für zusätzliche musikalische Förderung haben, an dem Programm teilnehmen können, ist ein Punkt, auf den Hans-Jörg Pewsdorf, Vorsitzender des Elternrates, hinweist. »Für mich war es oft schwierig, neben Arbeit und alltäglichem Stress auch noch die Musikschule für unsere Tochter Carla zu organisieren. Ich fragte mich, warum wir nicht die Musikschule in den Kindergarten bringen», lächelt Pewsdorf. Zwei Jahreswochenstunden Musikunterricht kosten den Kindergarten 3200 Euro. Die Musikschule stellt für die Organisation des Projektes zusätzliche 800 Euro in Rechnung. Von den insgesamt 4000 Euro hat das Land Niedersachsen 1600 Euro übernommen, die 800 Euro Organisa- tionskosten wurden aus anderen Mitteln finanziert. 1600 Euro zahlt nun die Bürgerstiftung. »Wir freuen uns besonders über die Nachhaltigkeit des Projektes», sagt Pewsdorf. Die Erzieherinnen werden nämlich während des Projektes auch dazulernen, zum Beispiel in der Liedbegleitung und Stimmbildung.

Bürgerstiftungsschecks gingen auch an den Verein Märchenfänger sowie an den Musikschul-Lehrer Fritz Klipp und seinen Projektpartner an der Oberschule, Kurt-Martin Nimz. Die Märchenfänger organisieren am 30. Juni im Amtsturm eine »Lange Nacht der Märchen» und brauchen Geld für die Werbung. Klipp und Nimz haben eine Schülerband an der Lüchower Oberschule ins Leben gerufen. Schulzweigübergreifend können hier Haupt- und Realschüler zusammen musizieren. Die Bürgerstiftung gibt es seit fast vier Jahren, mit ihren 50000 Euro Grundkapital, das mit dem Verkauf des Lüchow-Buches erwirtschaftet wurde, und eingehenden Spenden werden jährlich bis zu 10000 Euro an Projekte im Raum Lüchow ausgeschüttet. 2011 waren es aber nur etwas mehr als 5000 Euro - deshalb rief die Stiftung Anfang des Jahres den »Wunschjanuar» aus: Gemeinnützige Projekte konnten sich vorstellen und um Förderung bewerben. 13 Anträge waren es am Ende, über die entschieden werden musste. »Wir freuen uns sehr, dass es eine so große Resonanz gab», erklärte Hanno Jahn, Kassenwart der Bürgerstiftung. Und Dirk Roggan ergänzte: »Wir brauchen Privatininitiative, dann kommen viele gute Dinge ins Rollen.» Mit den drei Projekten ist nicht Schluss, es haben sich weitere Interessenten gemeldet. »Wir sind noch nicht fertig», sagt Hanno Jahn. Und weil die Vielzahl der förderwürdigen Unternehmungen die Bürgerstiftung finanziell nicht alleine wuppen kann, sind kleine und große Spenden willkommen. Alle Kontaktdaten und die Bankverbindung der Lüchower Bürgerstiftung finden sich online unter www.buergerstiftung- luechow. de.

 


 

EJZ vom 01.03.2012

Den anderen zehn Jahre voraus

Bei der Schulintegration Behinderter

fk Lüchow. Die neu formierte Oberschule in Lüchow wird den Namen Jeetzel-Oberschule tragen. Damit setzt sie die Tradition ihres Hauptschulzweiges fort.

Die Hauptschule hieß bisher Jeetzel-Schule (Foto). In der Oberschule sind Haupt- und Realschule zusammengefasst. Der Schulausschuss des Kreistages entsprach am Mittwoch der Bitte der Schule nach dieser Namensgebung und hat dies so dem Kreistag empfohlen. Die Ausschussmitglieder ließen sich über die Kosten der Gebäudeunterhaltung unterrichten, wie sie der Haushalt 2012 vorsieht. Für alle Gebäude des Landkreises macht die Summe der Bauunterhaltung in diesem Jahr eine knappe Million Euro aus. »Viel zu wenig», meinte Manfred Schrodt vom Gebäudemanagement des Landkreises. Erst wenn die Investitionen abgearbeitet sind, die in die Schulen fließen und flossen, könne man wieder mehr Geld in die Unterhaltung stecken. Von den Immobilien des Landkreises machen die Schulen den größten Teil aus.

Der Gesamtaufwand für die Gebäude beträgt nach Schrodts Angaben 5,78 Mio. Euro. 42 000 Euro muss der Landkreis allein für die Gebäudeversicherung ausgeben. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber 2011 um 8500 Euro. Der Grund seien die Einbrüche in die kreiseigenen Gebäude. Die hinterließen zum Teil großen Sachschaden, meinte Schrodt. Franz-Josef Kamp von der Landesschulbehörde informierte über die bevorstehende Änderung des niedersächsischen Schulgesetzes. Darin soll die UN-Behindertenkonvention umgesetzt werden. Behinderten muss danach ein ungehinderter Zugang zu den allgemeinbildenden Schulen möglich gemacht werden. Nicht nur Integration, sondern Inklusion sei das Ziel. Behinderte sollten keine besondere Gruppe unter den Schülern sein. Barrierefreiheit gelte nicht nur für die baulichen Anlagen, sondern auch für didaktische oder soziale Hürden, erläuterte Kamp.

Allerdings ist das in Lüchow-Dannenberg kein neues Thema. Man sei hier anderen Teilen des Landes in dieser Frage um zehn Jahre voraus. Die Integration Behinderter sei hier bereits 2003 mit dem regionalen Konzept angegangen worden. Die geplanten Veränderungen würden allenfalls zu Verbesserungen der bereits gängigen Praxis beitragen, erklärte Kamp. Lüchow-Dannenberg gelte als Beispiel dafür, dass ein gemeinsamer Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten möglich sei. Für die speziellen Förderschulen könnten die Neuregelungen zu einem Rückgang der Schülerzahlen führen. Das größere Problem liegt nach Kamps Angaben jedoch an anderer Stelle: Es fehle an Lehrern. »Wir stellen alles ein, was nach Lehrer aussieht», erklärte der Regierungsschuldirektor.

 


 

EJZ vom 15.02.2012

Fitness und Cybermobbing

Projekttage an der Lüchower Oberschule mit außerschulischen Experten

lr Lüchow. Lieblingsfußballverein, Politik und Religion sind absolute Tabuthemen während eines Vorstellungsgespräches und sollten ebenso vermieden werden wie auffällige Kleidung und sichtbare Piercings. Welche Themen sich für den Smalltalk mit dem künftigen Chef eignen, und wie man dabei auftreten und erscheinen sollte, erfuhren interessierte Neuntklässler der Oberschule Lüchow in einem »Business-Knigge».

Dieser Workshop war einer von insgesamt elf zum Thema »Berufsorientierung», und jeder der 81 Jugendlichen des Jahrganges hatte die Wahl, an zwei Angeboten teilzunehmen, die von Mitarbeitern der AOK, der Handwerkskammer, der Agentur für Arbeit, der SKF und einigen Lehrern geleitet wurden. Ganz oben in der Hitliste der angewählten Workshops standen neben dem Knigge folgende Kurse: »Selbsteinschätzung - Fremdeinschätzung», »Eignungstest», »Allgemeinwissen», »Wie finde ich meinen Traumberuf?» »Vorstellungsgespräch und Bewerbungsunterlagen». Außerdem besuchten die Schülerinnen und Schüler in den Projekttagen jeweils 3 von ihnen gewählte Betriebe, um mehr über die dortigen Ausbildungsberufe zu erfahren. Der Fachbereich Wirtschaft der Oberschule hatte unter der Leitung von Anne Grunwaldt Workshops und Besichtigungen vorbereitet, um die Vielfalt der regionalen Ausbildungsplätze zu zeigen und das Interesse noch unschlüssiger Jugendlicher zu wecken. Insgesamt 46 Ausbildungsberufe in 19 Betrieben standen in diesem Jahr zur Auswahl, und auch hier gab es klare Vorlieben der Schüler: die Betriebe Köhring, Hay Speed, Katerberg, Baumkuchenfabrik sowie die Polizeiwollten mehr als die Hälfte der Neuntklässler besichtigen.

Die Berufsorientierung in Jahrgang 9 ist eines der traditionellen Projektthemen an der Oberschule Lüchow. Jedes Jahr werden in den drei Tagen nach den Zeugnisferien jahrgangsrelevante Projekte nach einem bestimmten Motto angeboten und nach Möglichkeit mit vielen Gästen und außerschulischen Experten bereichert. So begleitete die IHK im Rahmen von »Wirtschaft unterstützt Schulen» in diesem Jahr das Projekt, neben den bereits genannten Institutionen leisteten außerdem die Ausbildungsleiter aller bekannten Firmen im Umkreis, das Mehrgenerationenhaus, das Seniorenheim St. Georg sowie die Verwaltung des Landkreises wertvolle Hilfe. Diese Unterstützung durch außerschulische Experten wurde auch bei den anderen Jahrgangsprojekten gern in Anspruch genommen, wie zum Beispiel beim Thema der 5. Klassen »Fitte Kids», das sich rund um Bewegung und Ernährung drehte. Hier verstärkte ein Übungsleiter das Lehrer-Team. Der 6. Jahrgang fragte, was »Mobbing» ist und setzte sich zum Beispiel mit Cybermobbing auseinander, während sich die Jugendlichen der 7. Klassen mit der Stärkung des Selbstbewusstseins, Stressbewältigung und Gruppenzwang beschäftigten und dabei Nein-Sage-Strategien und andere Möglichkeiten im Umgang mit Drogen entwickelten. Das Thema »Alkoholmiss-brauch» der 8. Klassen wurde durch die Auswertung eines Fragebogens, den die Klassenlehrerinnen entwickelt hatten und über den Schulserver von den oberen Jahrgängen beantworten ließen, besonders interessant. Der Umgang ihrer Mitschüler mit Alkohol in Verbindung mit Alter, Geschlecht und Elternreaktion machte die Jugendlichen genauso sprachlos und nachdenklich wie die Vorträge von Mitgliedern der Guttempler oder der Polizei. Das Projektthema der 10. Klassen schließlich ist die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung. Die Schülerinnen und Schüler schreiben während der drei Tage Probeklausuren in den Hauptfächern, um sich mit den schriftlichen Prüfungen vertraut zu machen.